Pasteis de Nata: Süße Leckerei aus Portugal {+ Ode an Deutschland}

Pasteis de Nata_1_pearlsforpillows

(Für das Rezept einfach runter scrollen ;-) )

Es gibt ja Situationen, die einen irgendwie so nachhaltig beeinflussen, dass man noch Wochen später darüber nachdenkt. So ein Moment, eine Unterhaltung, bei der man sich denkt: „What?!“. Mein letzter What-Moment war vor ein paar Wochen auf der Geburtstagsparty eines Freundes. Es gibt echt nur wenige Dinge, die mich wahnsinnig aufregen und die da wären:
1. Erstsemester BWL, der mir in den ersten 5 Gesprächsminuten erklärt, er wird mal (mein) Chef – nein, das glaub ich kaum!
2. Nervtötende Öko-Menschen, von denen ich glaube, sie haben irgendwelche ekligen Viecher in ihren Dreads und die mir erklären, vegan wäre totaaaaal gesund. (Und die sich dann erst mal ein Nährungsergänzungsmittelchen reinpfeifen)
3. Leute mit Bachelor-Abschluss (oder auch ohne), die mir gerne mal erzählen, wie schrecklich Deutschland doch ist und das sie mal null Bock auf Hamsterrad-Dasein haben. Und gerade frisch von ’nem Selbstfindungs-Trip aus Südamerika zurück sind.

Letzteres hatte ich auf der besagten Party und deshalb dachte ich „Hey, fängst du deinen Post über eine himmlische Nachspeise aus Portugal mal mit ’nem Lob an good old Germany an!“.

Ich bin nämlich ziemlich gerne Deutsche (gut, und noch ein bisschen lieber Bayerin). Ich hab quasi KOSTENLOS mein Abitur bekommen, darf studieren und sollten meine Eltern für diese Extravaganz nicht genug Kohle haben, hilft der Staat auch noch aus. Ich kann mir selber aussuchen, was ich mal arbeiten will und wenn’s mal nicht so gut läuft, sagt Deutschland „Na gut, bevor du uns hier verhungerst, bekommst du lieber jeden Monat ein paar Moneten, bis du wieder auf eigenen Beinen stehst“. Ich kann frei sagen, wenn mir was nicht passt und muss keine Angst haben, dafür gleich um die Ecke gebracht zu werden. Ich kann in einen Supermarkt gehen und finde da mehr Essen, als ich in einem Leben verputzen kann. Und sollte ich mal jemanden abmurksen, ist es ganz egal, ob ich 1 Euro oder 1 Million auf meinem Konto hab – in den Knast komme ich trotzdem! Wir sind auf der ganzen Welt für unseren Fleiß, unsere Pünktlichkeit und unsere hervorragende Arbeit bekannt – wenn das kein Grund ist, stolz zu sein! Und wer das alles überhaupt nicht zu schätzen weiß, sollte sich vielleicht irgendeine andere Heimat suchen – China oder so, oder Mexiko, wo Studenten TOTAL sicher leben…

Jetzt aber zum Rezept, das mir eine liebe Freundin aus Portugal mitgebracht hat und das wir gestern Nachmittag natürlich gleich testen mussten! Pasteis de Nata sind kleine Blätterteigtörtchen mit Puddingfüllung, die im 18. Jahrhundert in Belém in Lissabon in ’nem Kloster kreiert wurden und die da auch noch bis heute vertickt werden. Und die ziemlich lecker sind :-)

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Für ca. 15 Pasteis de Nata (in der Einzahl heißt das übrigens „Pastel de Nata“) braucht ihr:
1 Päckchen fertigen Blätterteig
1/2 Liter Milch
275 g Zucker
35 g Mehl
1 Prise Salz
1 TL Butter
1 Ei
5 Eigelbe
1 Päckchen Vanillezucker oder das Mark einer Vanilleschote

1 Muffinblech oder Muffinförchmen
Zimt und Puderzucker zum Bestreuen

Nehmt den Blätterteig, rollt in auf eurer Arbeitsfläche aus und stecht dann Kreise mit 8cm Durchmesser aus. Wenn ihr keinen Ausstecher zur Hand habt, einfach ein Glas nehmen! Rollt dann eure Kreise mit einem Nudelholz noch ein bisschen aus und kleidet eure Muffinförmchen damit aus.

In einem Topf bringt ihr Milch und Butter zum Kochen und rührt dann Zucker, Salz und Mehl ein. Noch mal ganz kurz aufkochen und dann vom Herd nehmen und ein paar Minuten abkühlen lassen.

Heizt euren auf 230 Grad vor. Dann rührt ihr das Ei, die Eigelbe und den Vanillezucker / das Vanillemark in eure warme Masse und füllt die dann vorsichtig in eure Förmchen. Nicht zu voll, sonst geht euch das eventuell über.

Und dann ab in den Ofen für so 8 bis 10 Minuten. Die Masse muss nicht steinhart sein, aber sie darf auch auf keinen Fall flüssig sein! An der Oberseite dürfen die ruhig ziemlich dunkel werden, so sehen die Dinger nämlich auch in Portugal aus :-)

Dann holt ihr sie aus dem Ofen und lasst sie noch eine Viertelstunde einfach stehen. In der Zeit sacken sie noch ein wenig zusammen, aber auch das ist ganz normal!

Zum Schluss mit Zimt und ein bisschen Puderzucker bestreuen und am besten noch warm verputzen und wenn ihr ganz stilecht sein wollt, süffelt ihr noch ein Gläschen Portwein dazu ;-)

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Ein Gedanke zu “Pasteis de Nata: Süße Leckerei aus Portugal {+ Ode an Deutschland}

  1. Ich weiss ja nicht warum, aber heute stolpere ich über dieses mega Rezept und frag mich, warum ich das denn bitte schön noch nie ausprobiert habe. Klingt super lecker. Dann weiss ich ja schon, was es am Wochenende zu naschen gibt…

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