Dobar dan, Montenegro! Roadtrip durch das Land der schwarzen Berge

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Wir waren dieses Jahr mal ganz kreativ bei der Wahl unserer Urlaubsortes: Montenegro sollte es sein. Ihr kratzt euch gerade verwirrt am Kopf und fragt euch, wo zum Geier das wohl liegen mag? Dann geht es euch wie gefühlt 98 Prozent aller Leute, mit denen wir über das Thema Urlaubsplanung 2017 gequatscht haben ;-)

X: „Und, habt ihr für dieses Jahr urlaubstechnisch noch was geplant?“
T: „Ja, wir wollen nach Montenegro fahren…“
X: „Waaas, MONTENEGRO?“ Leicht skeptischer Blick. „Wie kommt ihr denn da drauf?“
T: „Naja, irgendwann mal in ner Zeitschrift gelesen und sah voll schön aus und so…“ (Und außerdem will ich mal Urlaubsvorreiter sein, so sieht’s aus!)
X: Denkpause. „Wo liegt das denn überhaupt?“ Denkpause. „Und gibt es da Meer?“

Also Montenegro, das ist dieser bezaubernde Flecken Erde, der sich an der adriatischen Küste unterhalb von Kroatien und oberhalb von Albanien befindet und immerhin stolze 623.000 Einwohner zählt. Und nebenbei mit einer Wahnsinns Landschaft, super Futter und perfektem Schnorchel-Meerwasser lockt. Zwölf Tage und genau eine Tankfüllung (jep, man merkt hier schon, von welchen immensen Distanzen wir hier sprechen) haben ich und meine ehrenwerter Begleiter uns genommen, um diesen Edelstein unter den Urlaubszielen zu erkunden, auf dass wir euch nun von unseren Abenteuern berichten können. Los geht’s!

Wenn ihr möglichst viel von Montenegro sehen und nicht nur an der Küste bleiben wollt, dann organisiert euch am besten ein Auto. Wir sind ab München nach Dubrovnik (Kroatien) geflogen und haben uns da ein Mietauto genommen. Kann man ganz easy gegen einen kleinen Aufpreis (bei uns waren das 40 Euro) dann auch über die Grenze mit nach Montenegro nehmen.

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Bucht von Kotor
Erster Stopp in Montenegro war weg- und schlafenszeitbedingt Herceg Novi, eine (jetzt mal an München gemessene) sehr überschaubare Stadt mit einer hübschen Altstadt. Da das eigentliche Highlight Montenegros aber erst dahinter beginnt, könnt ihr Herceg Novi auch ohne schlechtes Gewissen auslassen und gleich weiterdüsen. Und zwar tiefer hinein in die legendäre Bucht von Kotor. Warum die so berühmt ist? Weil sie mit ihren steilen schwarzen Bergen und dem tief in das Landesinnere hineinreichende Meer 1:1 wie ein norwegisches Fjord aussieht. Einer der schönsten Orte der Bucht ist Perast, ein mittelalterliches Dorf mit zwei sehr Instagram-würdigen Inseln, auf denen sich jeweils eine Kirche befindet. Falls ihr Lust habt, rüberzufahren: Kein Problem, für 5 Euronen fährt euch gefühlt jeder aus dem Dorf mit einen kleinen Boot rüber und sammelt euch nach einer halben Stunde wieder ein.
Fahrtzeit Dubrovnik – Herceg Novi: ca. 40 min (Achtung, Grenzkontrollen)
Fahrtzeit Dubrovnik – Perast: ca. 65 min

Durmitor Nationalpark
An Tag fünf mussten wir die Bucht von Kotor (erst mal) schweren Herzens verlassen und haben uns ins Landesinnere gen Zabljak aufgemacht. Die Landschaft, die ihr auf der 3,5-stündigen Fahrt bis an den Rand des Nationalparks durchfahrt, ist megavielseitig. Von den steilen Felsen am Meer über eine karge und menschenleere Steppe bis schließlich zu den üppig bewaldeten Ausläufern des Nationalparks ist echt alles dabei. In Zabljak haben wir in einer dieser für die Region typischen Holzhütten mit steilem Spitzdach und Holzkamin genächtigt (seeehr romantisch, by the way) und sind zeitig am nächsten Morgen zum Wandern in den Nationalpark los. Der Durmitor ist ein fettes Gebirgsmassiv mit 48 Gipfeln jenseits der 2.000 Meter und hat auch für so Bewegungslegastheniker wie mich einige superschöne Wanderwege. Wanderkarten und Infos gibt’s am Eingang des Nationalparks gleich hinter Zabljak.
Fahrtzeit Perast – Zabljak: ca. 3,5 Stunden

Kloster Ostrog und Skutarisee
Nach zwei Nächten in Zabljak haben wir unseren kleinen Flitzer schließlich wieder Richtung Küste bewegt und zwar über Niksic und Podgorica an den Skutarisee. Legt nach Niksic unbedingt einen Zwischenstopp am Kloster Ostrog (Manastir Ostrog) ein – das Kloster wurde hoch oberhalb eines tiefen Tales in einen Felsen geschlagen und ist auch für Nichtgläubige ein spiritueller Ort. Die Montenegriner sind sehr religiös, daher in heiligen Stätten möglichst nicht bauchfrei und mit Arsch-raus-Shorts aufmarschieren. Am Nachmittag sind wir am Skutarisee, den größten Binnensee der Balkanhalbinsel angekommen. Bei schönem Wetter könnt ihr eine Bootstour über den See machen, wir mussten uns bei Regenwetter mit Futter und montenegrinischem Wein (Geschmack: najaaaa…) vertrösten.
Fahrtzeit Zabljak – Virpazar (Skutarisee): ca. 4 Stunden

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Budva/Adriaküste und Kotor
Unsere letzten Tage haben wir an der Adriaküste in Budva verbracht. Gleich mal vorweg: Budva (naja, eigentlich ganz Montenegro) hat ein Parkplatz-Problem. Sucht euch also am besten eine Unterkunft mit Parkplatz oder parkt in einer kleinen Nebenstraße, wenn ihr nicht auf den zahlpflichtigen Parkplätzen in der Innenstadt parken wollt. Der schönste Teil von Budva ist die Altstadt („Stari Grad“ auf montenegrinisch), die auf einer vorgelagerten Halbinsel ins Meer ragt. Direkt daneben sind auch zwei tolle Sandstrände (Mogren I und II) – früh da sein und Kohle für Strandliegen einplanen! Günstiges und leckeres Futter auf die Hand findet ihr, wenn ihr die Uferpromenade des Stadtstrandes entlanggeht.
Unseren letzten Abend wollten wir nochmal in der Bucht von Kotor verbringen und haben uns dafür eine Nacht in Kotor direkt in der Altstadt eingemietet. Besonders in den Sommermonaten ist da abends an jeder Ecke Lifemusik und top Stimmung!
(Auf dem Weg nach Kotor haben wir einen Abstecher nach Tivat mit seinem Luxushafen Porto Montenegro gemacht. Wenn ihr mal echt fette Luxusyachten gucken wollt, seid ihr genau richtig. Davon abgesehen fand ich’s aber ein bisschen fade.)
Fahrtzeit Virpazar – Budva: ca. 1 Stunde
Fahrtzeit Budva – Kotor: ca. 1 Stunde (meistens Stau in Kotor)

Montenegro_6_Pearls for Pillows

Was ihr sonst noch wissen müsst:
In Montenegro wird mit Euro gezahlt, ihr müsst euch also keine Gedanken über Wechselstuben oder ähnliches machen. Futter und Unterkünfte sind nochmal um einiges günstiger als in Kroatien. Auch über die Straßen gab es nix zu meckern – da sind die Straßen in meiner oberbayerischen Heimat zum Teil schlechter. Nur mit Hausnummern haben es die Montenegriner nicht so. Kann also sein, dass ihr als Wegbeschreibung sowas wie „Geht zum dritten Haus neben der Kirche links und fragt nach Stevan“ bekommt. Die Leute waren übrigens ausnahmslos supernett und hilfsbereit. Wenn ihr nicht mit Englisch weiterkommt, dann zur Not mit Händen und Füßen :-) Unsere Unterkünfte haben wir zum Großteil über airbnb gefunden, aber es gibt natürlich auch schicke Hotels!

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2 Gedanken zu “Dobar dan, Montenegro! Roadtrip durch das Land der schwarzen Berge

  1. Das sieht nach einem traumhaft schönen Fleckchen Erde aus. Bin von Kroatien schon immer so begeistert. Montenegro scheint auch eine Reise wert zu sein. Danke für deine Urlaubseinblicke. LG Undine

  2. Pingback: Monatsrückblick September 2017 – Sternenwind – Blog

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