Schlechtwetter-Ausflugstipp: Mini-Destillerie-Tour am Schliersee

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Ok, geiler Plan: Groß wegfahren im Urlaub ist nicht, Ehemann muss arbeiten, warum also nicht endlich mal die Heimat erkunden? Mit an Bord des Sightseeing-Mobils: Meine Eltern und meine Wenigkeit, was zu Futtern und eine Kamera. Draußen: Strahlender Sonnenschein bei lauschigen 27 Grad. Das Ziel: Die Drei-Flüsse-Stadt Passau.

Joah, schön wär’s gewesen. Richtig schön sogar. Hätte uns die Realität nicht mit geschmeidigen 16,5 Grad und schönsten Dauerregen beglückt. Da stehen wir also, schon abfahrbereit an der elterlichen Haustür, als die vorhin noch so unscheinbare Wolke alles hergibt, was sie so an Wasser aufgesaugt hat. Die Prognose: Regen all day long.

Spontan also das Handy aktiviert und siehe da: Wie wäre es mit einem Mini-Destillerie-Tour am Schliersee, um sich gedanklich in die Highlands zu verabschieden?

Von München aus kommt ihr in etwas mehr als einer Stunde an den Schliersee und zu den beiden Destillerien. Wer wie ich normalerweise Team Öffi ist: Kein Problem! Beide Destillerien sind easy mit dem Zug ab München Hbf zu erreichen!

Bevor ihr im Geiste schon den Rucksack schnürt und euch in bequeme Schuhe schwingt: Startet mit einem deftigen Frühstück ;-)

Los geht unser Tag im kleinen Örtchen Hausham in der Lantenhammer Erlebnisdestillerie. Seit 1928 gibt es den familiengeführten Betrieb schon – angefangen hat alles als kleine Enzianbrennerei. Heute gibt es neben den typischen Obstbränden und -likören fancy Schnappes wie bayerischen Rum und Gin. Bei der gemütlichen Tour, bei der man/frau im eigenen Tempo durch die Produktionshallen läuft und dem Alkohol dabei zusehen kann, wie er aus den riesigen Kupferkesseln fließt, erfährt man alles über die Herstellung der verschiedenen Produkte – und das wirklich cool und interaktiv gemacht. Am Ende wartet das im Eintrittspreis von 9,50€ pro Person inkludierte Tasting, bei der man sich nach Lust und Laune durch die Produktionspalette trinken kann. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber mein Favorit: Ein blauer Gin, der sich beim Mischen mit Tonic Water lila färbt!

Nächster Halt: SLYRS Destillerie – vor allem Whiskey-Freunden ein Begriff, denn hier wurde vor einigen Jahren damit begonnen, den ersten bayerischen Whiskey zu destillieren. Übrigens von niemand geringerem als Florian Stetter, Spross der Lantenhammer-Dynastie. Auch hier kann man im eigenen Tempo durch die erst vor wenigen Jahren erbaute Destillerie wandern und sich in die raue Landschaft Schottlands fühlen. Mein Highlight: Der Gang durch die Kesselhalle, wo gerade 1000e Liter Whiskey abgefüllt wurden. Denn die Destillerie ist nicht nur Touri-Spot, sondern hier wird mittendrin auch gearbeitet. Am Ende der Tour wartet natürlich das Whiskey-Tasting, bei dem ihr zwei der klassischen Produkte der Destillerie verköstigt.

Wird das Wetter etwas schöner, stattet ihr dem Schliersee einen Besuch ab. Im Gegensatz zu den „großen“ Seen wie der benachbarte Tegernsee eher unscheinbar, kommt der Schliersee herrlich entspannt daher und lässt sich in ca. 1,5 bis 2 Stunden auf einem gemütlichen Weg direkt am Wasser einmal umrunden. Starten könnt ihr entweder in der Gemeinde Schliersee am nördlichen Ende oder am südlichen Ende in Fischhausen. Und wer keine Lust hat, die ganze Strecke zurückzulatschen, kann für den Rückweg auch einfach eines der Schiffe nehmen, die dort regelmäßig verkehren.

Last but not least: Was wäre ein Ausflug ohne Kuchen? Dazu geht es ins nahe Fischbachau und zwar ins legendäre Café Winklstüberl. Das hat seinen Ursprung nicht nur bereits im Jahre 1300, sondern serviert auch ordentliche Portionen selbstgemachten Kuchens, Eis und Co. zu einem (für Münchner) fairen Preis. Und zwar ganz nach dem Motto „Kuchen unter 300 Gramm sind eigentlich Kekse“. Bekannt ist das Café neben seinem großzügigen Portionen auch für seine Sammlung an Kaffeemühlen (ganze 850 an der Zahl) und dem Lied „Aber bitte mit Sahne“ von Udo Jürgens, das hier seinen Ursprung haben soll. Beim Blick auf den Teller nicht ganz abwegig.

Und schon ist der Regentag nur noch halb so schlimm!

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. OH ja der Schliersee! Da wollte ich auch noch hin und natürlich (ich als kleine Gin und Whisky Nase) steht auch der Besuch der Slyrs Destillery an erster Stelle. Mal sehn, ob ich es dieses Jahr auch noch schaffe ;-). Danke schonmal für deinen Bericht!

    destillierende Grüße
    Sonja

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