Japanische Daifuku Mochi

Man wird ja erwachsen. Beweisstück A: Ich musste gerade los tigern und meine Brille holen, um hier vernünftig in die Tasten hauen zu können. Beweisstück B: Ich hab mich dabei ertappt, wie ich neulich mit meiner Freundin seit Kindheitstagen bei einem gepflegten Stück Kuchen ganz ernsthaft über die perfekte Kücheneinrichtung für ihre künftige Traumwohnung diskutiert hab. Beweisstück C: Ich hab Rotwein im Haus. Und mag ihn.

Je „erwachsener“ man wird, desto öfter laufen einem diese selbsternannten Kosmopoliten über den Weg, die beim Blick auf das Take-Away-Sushi vom Asiaten um die Ecke leicht verächtlich Sprüche vom Stapel lassen wie „Ja, also das Sushi in Deutschland kann man natürlich gar nicht mit dem in Japan vergleichen. Als wir da auf diesem Fischmarkt in Blablabla waren, da war der Fisch ja fangfrisch und überhaupt und sowieso…“Ja, danke, ich mag’s trotzdem und wo wir grad dabei sind: Ich finde auch Fertigpizzen nice. Nimm das, du Angeber ;-)

Tatsächlich durfte ich aber auch schon mal nach Japan, wo ich nicht nur auf dem unter Touris wahrscheinlich meist-gehypten Fischmarkt in Tokio Sushi zum Frühstück hatte (kleiner Spoiler: Japanisches Sushi schmeckt vor 12 Uhr mittags auch nicht besser als deutsches), sondern auch tonnenweise kleine Reisküchlein mit lustigsten Füllungen in mich reingestopft hab. Typisch japanisch gerne mal giftgrün mit Matcha, oder – meinem Favoriten – mit gesüßter Bohnenpaste.

Und weil ich gerade ganz arg Fernweh hab, hab ich deshalb nicht nur ein paar Fotos aus der Urlaubskiste am Start, sondern auch ein Rezept für Daifuku Mochi, die perfekt als Nachtisch passen, wenn ihr mit einem Corona-Haushalt eurer Wahl den nächsten Sushi-Abend begeht.

Für circa 10 Mochi braucht ihr:

  • 85 g Klebreismehl
  • 50 Zucker
  • 150 ml Wasser
  • Kartoffelstärke
  • Sesam
  • Bohnenpaste aus roten Adzukibohnen und Zucker (könnt ihr selber machen oder im Asia-Laden eures Vertrauens kaufen)

Eins vorweg: Wenn schon im Namen was mit Kleben steht, ist das auch so gemeint. Bei meinem Erstversuch stand ich ungefähr eine halbe Stunde in der Küche und hab einfach nur versucht, mir den blöden Teig von den Fingern zu kratzen. Daher ist Kartoffelstärke euer bester Freund!

Vermengt das Klebreismehl mit dem Zucker und rührt dann das Wasser ein, bis ihr eine glatte Masse habt. Gebt die Masse in einen kleinen Topf und erhitzt das Ganze langsam und unter ständigem Rühren. Ihr werdet merken, dass der Teig nach ein paar Minuten zu klumpen anfängt und das Rühren zäh wird. Keine Sorge, das gehört so! Wenn euer Teig von weiß zu leicht gelblich übergeht und zu einer sehr zähen, pappigen Masse wird, ist er fertig. Fast ihn vorsichtig mit den Fingern an – wenn er eine Gallert-artige Substanz hat, aber nicht mehr zu sehr am Finger pappt, ist es gut.

Gebt auf eure Arbeitsplatte großzügig Kartoffelstärke und reibt damit auch eure Hände und das Nudelholz ein. Da kommt nun euer Teig drauf (am besten mit einem Löffel aus dem Topf holen, der Teig sollte sich gut aus dem Topf lösen). Gebt von allen Seiten etwas Kartoffelstärke auf den Teig, formt ihn zu einer Kugel und rollt ihn etwa 2 – 3 mm dick aus. Dann stecht ihr mit einem runden Keksausstecher oder Wasserglas Kreise mit etwa 5 cm Durchmesser aus.

Nemmt die Teigscheibe in die flache Hand, gebt in die Mitte einen guten Klecks (ca. 1 TL) Bohnenpaste und verschließt die Kugel dann, indem ihr den Teigrand mit den Fingern vorsichtig über die Bohnenpaste nach oben zieht und gut zusammendrückt. Noch kurz vorsichtig in der hohlen Hand zu einer Kugel nachformen und fertig ist das Grund-Mochi.

Sau-lecker sind die Mochi auch mit einer Sesam-Panade. Dazu Sesam ohne Fett in der Pfanne kurz anrösten und auf einen flachen Teller geben. Die Motchi mit den Fingern rundum mit etwas Wasser anfeuchten und in das Sesambad legen. Von allen Seiten wenden, etwas andrücken und fertig!

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