Easy Nutella-Frucht-Hörnchen {oder: La Vie Française}

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Da stand ich gestern Abend einsam und verlassen in meiner Küche und musste plötzlich an merkwürdige Essens-Gäste denken, die einem traditionell im Dezember so begegnen.
Wenn’s um Essen geht, sag ich ja immer wieder das gleiche: „Oh Mann, sieht ja klasse aus! Probieren? Ah nee danke, Zahnspange, du weißt schon…“. Tja, die Wunder der modernen Zahnmedizin. Kaum 24 und schon darf ich wieder wie ein Kleinkind essen. Aber was sagen Gäste, die diese fantastische Ausrede nicht parat haben? Was für Dinner-Gäste laufen einem in der freien Wildbahn denn so über den Weg? (Für’s Rezept einfach nach unten scrollen!)

Typ 1: „Entschuldige, aber ist da XYZ drin?“
Diese Gäste sind super-verlässlich, denn wenn du dich auf eine Sache verlassen kannst, ist es die: Irgendeine Zutat in deinem Essen mögen sie grundsätzlich überhaupt nicht und wenn es nur weißer statt schwarzer Pfeffer ist. Gerne begleitet wird obiger Satz mit einer Hand auf deiner Schulter, einem leicht verständnis-/vorwurfsvollen Blick und dem Zusatz „Das hab ich doch schon mal erzählt, weißt du nicht mehr?“.
Einfach ignorieren und ein Butterbrot anbieten.

Typ 2: „Mensch, da schüttel ich doch mal meine voll erfundenen Lebensmittelallergie aus dem Ärmel!“
Noch besser als Typ 1 ist Typ 2, denn er vermittelt dir nicht nur ein schlechtes Gewissen, sondern gleich das Gefühl ihn halb umgebracht zu haben. Vor allem in der Weihnachtszeit kommen da jedes Jahr die abgefahrensten „Allergien“ zum Vorschein: „Oh Mann, jetzt wo ich meinen Teller halb aufgegessen hab und es mir irgendwie nicht schmeckt, fällt mir doch wieder ein, dass ich ne total krasse Allergie gegen Schwein hab! Aber konntest du ja nicht wissen…“.
Einfach ignorieren und ein Butterbrot anbieten.

Typ 3: „Eigentlich bin ich ja veganer, aber heute mach ich mal ne Ausnahme…“
Dieser Typ Gast ist doppelt nervig, denn nicht nur, dass du umsonst für ihn ganz alleine was anderes gekocht hast, nein, er erklärt dem versammelten Tisch auch gerne und ausführlich die Vorzüge des tierlosen Lebens. Und stopft sich währenddessen munter das Tiramisu mit Eigelb rein.
Nacktes Brot in recycelbares Brotpapier packen und vor die Tür setzen.

Typ 4: „Hey, das war echt lecker, aber nach zwei Gabeln bin ich schon super-satt!“
Ich war für dich einkaufen, ich hab stundenlang für dich gekocht und ich muss das ganze Geschirr im Anschluss per Hand in meiner Winzküche spülen – ISS GEFÄLLIGST DEINEN SCHEIß TELLER LEER! Gekochtes Reiskorn als Reiseproviant einpacken. Aber nur eines.

Typ 5: „Hoppla, jetzt hab ich schon zuhause was gegessen…“
Diesen Typ Essensgast gibt es immer wieder und er ruft in meinem Kopf immer den gleichen Gedankengang hervor: „OMG, ihm hat’s beim letzten Mal nicht geschmeckt und jetzt nimmt er so ne billige Ausrede! Oder noch schlimmer, er ist nicht satt geworden!!! Waaaaahhhh!“. In der Regel ist dieser Typ Gast einfach nur mega-verpeilt und freut sich, da meistens männlich, auch über ein zweites Abendessen.
Reste einpacken und mit heim geben. Tupper-Ware nachdrücklich zurückfordern.

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Und weil wir jetzt alle von dem langen Text schwer geschafft sind, gibt’s ein paar ganz easy Schokocroissants, die sogar euer nervigster Frühstücksgast lieben wird.

!!!REZEPT!!!
Ihr braucht:
Fertigen Croissant-Teig aus dem Kühlregal
Nutella
Bananen, Erdbeeren, Heidelbeeren oder für die ganz ausgefallenen Physalis
, in kleine Stückchen schneiden

Rollt den Croissant-Teig aus und schneidet ihn in gleiche lange Dreiecke. Am breiten Ende macht ihr mittig noch einen etwa 3cm langen Schnitt zur Spitze hin rein und gebt direkt am Ende des Schnitts einen schönen Klecks Nutella und ein paar Fruchtstücke rein. Dann aufrollen, die beiden Enden halbmondmäßig nach innen biegen und für10 Minuten bei 200 Grad Ober-/Unterhitze in den Backofen. Abkühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen oder mit etwas geschmolzenem Nutella mit einer Gabel Fäden ziehen. Yummie!

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X-Mas Schoko-Salami {aka „Das coolste Geschenk ever“}

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Ich bin dieses Jahr im absoluten Christmas-Mood. Scheißegal, ob es draußen -10 oder +15 Grad hat, stürmt, schneit oder regnet und wie pissig meine Mitmenschen auch sein mögen: Bei mir weihnachtet es gar sehr. Meine liebste Lieblingsbeschäftigung momentan? Meine ganzen Schätze nach Hause schleppen, die dann möglichst umständlich und aufwändig verpacken („Hm, nur EINE Schleife? Oder mach ich doch nochmal ne kleine Kugel mit ran?) und mich wie ein Schnitzel auf’s Schenken freuen. Und weil meine Familie in diesem Jahr ein bisschen unkreativ bei der Geschenkeauswahl ist und mich meine eigenen Geschenke deshalb auch selber besorgen lässt, verpack ich mir die eben auch schön! Bin auch schon total gespannt, was in den Päckchen wohl so drin ist ;-)

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Am liebsten verschenke ich einfach immer noch selbstgemachte Sachen. Nicht, weil sich da groß was sparen lässt (jahrelange Berechnungen haben ergeben, dass ich auch genauso gut was schickes fertiges kaufen könnte), sondern weil ich dem Beschenkten sagen will: „Hey, ich hab an dich gedacht! Und du warst mir absolut die Mühe wert, 10 Kilo Schokolade heimzuschleppen, meine Küche in stundenlanger Arbeit zu verwüsten und tagelang nur noch Fertigpizza zu essen, weil mein Kühlschrank mit deinem tollen Geschenk vollgestopft war!“ :-) Also meine kleinen Weihnachtselfen: Wenn ihr noch auf der Suche nach einem hammermäßigen, witzigen Geschenk seid, dann ran an die Schoki!

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Ihr braucht (für ca. 6 Salamis)
200 g Zartbitterschokolade
175 g Vollmilchschokolade
180 g Butter
375g gemischt aus Spekulatius, Lebkuchen und sonstigen Weihnachtskeksen
300 g grob gehackte Haselnüsse
100 g grob gehackte Pistazien
ca. 100 g Vollmilchschokolade
ca. 200 g Puderzucker

Die Salamis gehen eigentlich ganz leicht – achtet nur gut darauf immer ein Tuch zum Hände abputzen in der Nähe zu haben, sonst findet ihr noch Wochen später irgendwo schokoladige Fingerabdrücke ;-)

Zerkleinert eure Schokolade und lasst sie dann gemeinsam mit der Butter im Wasserbad schmelzen. Aufpassen, die Schokolade darf nicht zu heiß werden und muss regelmäßig umgerührt werden, damit auch alles gleichmäßig schmilzt!

Währenddessen nehmt ihr euer Weihnachtsgebäck und zerbröselt es – dabei dürfen ruhig ein paar kleine Stückchen drin bleiben! Ganz leicht geht das, wenn ihr die Kekse in eine Gefriertüte steckt und verschließt (Achtung, Luft rauspressen!) und dann ordentlich mit einem Nudelholz drauf kloppt. Die weichen Lebkuchen mit der Hand zerdrücken. Vermischt eure Keksbrösel dann mit den gehackten Haselnüssen und Pistazien.

Sobald eure Schokolade geschmolzen ist, aus dem Wasserbad nehmen und mit eurem Keks-Haselnuss-Pistazien-Gemisch vermengen. Dann für ein paar Minuten in den Kühlschrank stellen, damit die Masse etwas abkühlt.

Der nächste Schritt ist das Formen der Wurst. Dazu legt ihr euren Arbeitsplatz mit einem Stück Frischhaltefolie aus (etwa 20cm lang) und klatscht da der Länge nach eure Schokomasse drauf. Ich hab meine Würste etwa 15 Zentimeter lang gemacht mit einem Durchmesser von 3-4 Zentimeter – könnt ihr aber einfach variieren, wie ihr möchtet! Dann mit der Folie zu einer Wurst rollen und die Seiten schön verwirbeln und für mindestens vier Stunden in den Kühlschrank.

Ganz zum Schluss kommt noch weiße Hülle der Salami. Dazu schmelzt ihr die übrige Schokolade und pinselt eure Würste ein. Danach sofort mit Puderzucker bestreuen und vorsichtig mit den Händen abreiben. Zum Schluss könnt ihr ein Ende der Wurst mit einem Küchenmesser schräg anschneiden, sodass man das Innere eurer Schokosalami sieht! Im Kühlschrank hält sie sich etwa drei bis vier Wochen.

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Weihnachtliche Schoko-Kekse mit Royal Icing

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Kennt ihr diese nervtötenden Leute, die „nur mal kurz“ in einen Deko-Laden springen, Stunden später immer noch zwischen den Regalen rumeiern und bei gefühlt JEDEM Gegenstand Ausrufe der puren Verzückung zum besten geben? Genau so jemand bin ich. Natürlich muss auch immer eine Begleitperson meines Vertrauens mit – wer würde denn sonst meine Begeisterungsstürme mit mir teilen???? Anmerkung der Redaktion: Tatsächlich teilt nie jemand meine Begeisterung, stattdessen kommt häufig „Wir waren die Woche doch schon zwei Mal hier! Komm, lass was essen gehen. Nein, leg das weg, du brauchst das gar nicht. NEIN, LEG’S WIEDER HIN! SOFORT!“. Weil man mich damit aber gar nicht beeindrucken kann (Ich kaufe, was ich will, ha!), hab ich eine beeindruckende Sammlung … Zeugs. Und davon kann man hin und wieder manchmal sogar was brauchen, wie zum Beispiel – dadadamm – meine Weihnachtsbaum-Ausstechform :-) Und das war das hammermäßige Intro zu meinen weihnachtlichen Schoko-Keksen mit Royal Icing

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Ihr braucht:
1 Eigelb
300g Mehl
200g weiche Butter
100g Zucker
2 EL Kakaopulver
1 EL Frangelico/Baileys/brauner Rum
Abrieb von einer Orange

Für das Royal Icing
1 Eiweiß
eine Brise Salz
250g Puderzucker
2 EL Zuckersirup (kann man ganz leicht selber machen: Wasser und Zucker im Verhältnis 1:1 aufkochen lassen, bis sich der Zucker gelöst hat)
1 EL Zitronensaft

Zuckerperlen zum Verzieren

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Der Teig für eure Kekse ist ein ganz einfacher Mürbteig. Und beim Mürbteig gibt es eigentlich nur eine Regel: Er mag es gerne kalt. Also alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Handrührgerät (Knethaken) erst auf niedriger und dann auf höchster Stufe durchkneten, bis ihr einen schönen festen Teig habt. Den formt ihr mit den Händen zu einer Kugel, umwickelt ihn mit Frischhaltefolie und stopft ihn für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank.

Bemehlt eure Arbeitsfläche und rollt euren Teig dann auf etwa 3mm aus. Daraus stecht ihr hübsche Formen aus. Die kommen auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech bei 180 Grad Ober-/Unterhitze für 9 Minuten in den Ofen, Danach mitsamt dem Backpapier vom Blech ziehen und auskühlen lassen. Reste stopft ihr immer wieder SOFORT in den Kühlschrank und wenn ihr euer Blech aus welchen Gründen auch immer nicht sofort in den Ofen schieben könnt … ja, richtig, in den Kühlschrank!

Für das Royal Icing schlagt ihr das Eiweiß mit dem Salz sehr steif. Siebt dann den Puderzucker in die Schüssel und verrührt das Ganze auf niedriger Stufe. Gebt dann noch Zuckersirup und Zitronensaft dazu und rührt noch etwa 3 Minuten auf höchster Stufe. Füllt das Icing dann in eine Spritztülle oder einfach eine Gefriertüte, bei der ihr eine Ecke abschneidet und bemalt eure Kekse :-) Das restliche Icing in der Schüssel unbedingt sofort mit Folie abdecken oder in ein luftdichtes Glas füllen, da es sehr schnell trocknet!

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Pizza Pinwheels am Mir-doch-alles-egal-Montag

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Also eigentlich wollte ich euch heute eine tolle Adventsdeko im Eierkarton zeigen. Eigentlich. Aber: Heut ist Depri-Tag! Der Depri-Tag zeichnet sich dadurch aus, dass er mies los geht und im Verlauf des Tages noch mieser wird. Und egal, was man anfasst, um sich aufzumuntern, es trägt nur noch mehr zu miesen Laune bei. Folglich sah meine theoretisch total schicke Deko total beschissen aus und nach mühevoller Pinselei hab ich sie zum Schluss total runter mit den Nerven in die Ecke geworfen, bin sauer in die Küche gestapft und hab meine Pinsel ausgewaschen. Hunger hatte ich auch – aber weil heute Depri-Tag ist, war auch nix mehr zu Futtern in meinem Kühlschrank. Der übrigens auch noch total nervtötend laut brummt (und das bestimmt erst seit heute. Nur um mich zu ärgern, wetten?). Das schöne ist, irgendwann kommt der Punkt, an dem ich einfach nur über mich alten Grummel lachen muss und dann ist’s wieder gut. Und dann kam erstens mein Freund heim und hat gekocht und zweitens hab ich mir dann ein schönes Winterpotpourrie gebastelt und drittens bin ich über ein Rezept gestolpert, dass ich euch schon vor gefühlt einem Jahr zeigen wollte. Here you go – leckere kleine Pizza Pinwheels

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Ihr braucht:
Eine Rolle Blätterteig
eine Packung Schinken
eine gute Handvoll schwarzer Oliven
eingelegte Paprika (da gibt’s auch schon so klitzeklein geschnittene, kennt ihr die?)
Reibekäse (halbe Packung)
1 Becher Kräuter-Creme Fraiche
Salz, Pfeffer, Oregano, Basilikum

Schneidet eure Zutaten alle schön klein und vermengt sie dann mit der Creme fraiche in einer Schüssel. Gebt noch den geriebenen Käse dazu und schmeckt das ganze mit Salz, Pfeffer und (getrocknetem) Oregano und Basilikum ab.

Rollt euren Blätterteig aus und verteilt die Masse gleichmäßig darauf. Dann rollt ihr den Blätterteig vorsichtig ein (aufpassen, dass ihr nicht aus Versehen das Papier mit einwickelt!). Zum Schluss schneidet ihr eure Rolle in etwa 1cm dicke Scheiben, legt sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und schiebt sie für ca. 15 Minuten in den Backofen, bis eure kleinen Schätzchen knusprig goldbraun sind.

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Unglaublich schokoladige Avocado-Brownies

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Als Kind habe ich Avocados gehasst. Ja wirklich. Ich erinnere mich noch, dass mir meine Mama nach endlosem Rumheulen meinerseits („Mama, kann ich mal probieren?“ „Tami, das schmeckt dir nicht.“ „Doch, ich will aber, BITTE! Wääähhh“) einen Löffel gesalzene Avocado in die Backen geschoben hat. Berechenbar, wie Kinder halt so sind, fand ich’s natürlich total eklig und hab mich danach ewig geweigert, der guten alten Avocado noch mal ne Chance zu geben. Irgendwann, im reifen Alter von 22 hab ich dann rausgefunden, dass Avocados nicht nur in meinem absoluten Lieblings-Dip Guacamole stecken, sondern auch oberhammer-super-dupper-gesund sind. Und dass sie einfach in jeder Form ziemlich geil schmecken. Außer in Brownies. Da schmeckt man sie nämlich gar nicht, sondern schwelgt einfach im Zartbitter-Schokohimmel. Ehrenwort!

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Ihr braucht:
2 reife Avocados (püriert)
200 g Zartbitterschokolade (klein gehackt)
150 g Vollmilchschokolade (klein gehackt)
30 g Kakaopulver
2 Eier
180 g Zucker
1 Prise Salz
80 g Mehl
1/2 TL Backpulver
3 EL Sonnenblumenöl

1 Fläschchen Vanille-Aroma

Nehmt die Zartbitterschokolade und bringt sie (im Wasserbad oder ganz ganz vorsichtig in der Mikrowelle) zum Schmelzen. Sobald sie flüssig ist, gebt ihr die pürierten Avocados, die Eier, Zucker und Vanille-Aroma dazu. Kurz verrühren und dann die trockenen Zutaten, also Mehl, Backpulver, Kakao und Salz plus das Öl mit einrühren. Lasst dann auch die Vollmilchschokolade etwa zu 80 Prozent (ein paar Klümpchen dürfen bleiben) schmelzen und rührt sie ebenfalls in den Teig.

Den füllt ihr in eine gefettete (Auflauf-) Form mit ungefähr den Maßen 25×20 cm. Bei 180 Grad Ober-/Unterhitze für 30 Minuten in den Ofen :-)

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Apfelzeit: Herbstlicher Apfel-Punsch mit Schuss

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Kennt ihr das, wenn ihr eine einzige Sache nicht essen könnt und ihr plötzlich nur noch dieses eine Ding essen wollt? Egal, was euer Kühlschrank sonst noch zu bieten hat? Ja, so ein Mensch bin ich. Seitdem ich stolzer Besitzer eines wunderbar vergrößerten Unterkiefers bin, darf ich nämlich vor allem eines nicht: Fest essen. Und ungefähr zeitgleich mit dem neuen Kiefer hat sich der Wunsch nach einem knackigen, sauren Apfel in mein Hirn eingenistet. Vielen Dank auch, ne? Aber alles kein Problem, denn mit dem monströsen Entsafter, den mir meine Mama kommentarlos in meine 2 Quadratmeter-Küche gestopft hat, kann ich meine knackigen Freunde vielleicht nicht beißen, aber super schlürfen.

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Und das passend zum ekelhaft kalten Wetter am besten heiß und mit Schuss :-)

Ihr braucht:
1 Liter Apfelsaft
375 ml Amaretto
100 ml Calvados
Saft von einer Zitrone
1 Apfel
1 Zimtstange
Nelken
Mineralwasser nach Lust und Laune

Gebt die die flüssigen Zutaten und Gewürze in einen Topf. Je nachdem, wie süß euer Punsch werden soll, könnt ihr dann noch etwas Mineralwasser aufgießen. Den Apfel entkernt ihr, halbiert ihn und schneidet ihn dann in dünne Scheibchen. Für die Extra-Portion lecker könnt ihr den aufgeschnittenen Apfel mit einem Schuss Zitrone auch eine Nacht im Amaretto baden lassen, bevor ihr dann am nächsten Tag euren Punsch ansetzt :-) Alles langsam im Topf erhitzen und im Herbst-Glück schwelgen!

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P.s.: Anscheinend hat mir die Narkose auch Teile meines Gehirns weggeätzt und bloß noch Blabla da gelassen… Aber das Rezept ist trotzdem klasse ;-)

Apfel-Karamell-Rosen

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Jeder noch so gute Koch hat ja irgendein Rezept, das er um Verrecken nicht hinbekommt. Meine Mama zum Beispiel, die für mich in der Koch-Hierarchie ungefähr gleich nach Jamie Oliver kommt, macht den absolut grottigsten Nudelsalat der Welt. Und je mehr Mühe sie sich gibt umso schlimmer wird’s ;-) Was vermutlich daran liegt, dass in meiner Familie Nudelsalat sowieso schon äußerst kritisch beäugt wird („Salat? Mit NUDELN?“) und sie ihn ungefähr NIE machen muss. Was ich alles nicht kann, brauch ich hier gar nicht aufschreiben, so viel ist das. Macht aber normalerweise nix, weil ich die Sachen dann sowieso nicht so gerne esse. Die wunderschönen Apfel-Rosen, die hätte ich aber schon gern gekonnt. Konjunktiv, weil tatsächlich war ich nämlich ein gutes Jahr zu doof dafür. Was vielleicht geholfen hätte, wäre das Rezept mal gründlich durchlesen – aber nein, Madame denkt, sie kann das auch alles aus den Bildern raus lesen…

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Ihr braucht
1 Dose gesüßte Kondensmilch (z.B Nestlé Milch-Mädchen)
1 Rolle gekühlten Blätterteig
1-2 mittelgroße, kochfeste Äpfel (ich hatte den guten alten Boskop)
Saft von einer Zitrone
1 EL Zucker
Puderzucker und Zimt

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Leute, ernsthaft, die Rosen gehen wirklich wesentlich leichter, als das aussieht. Also lasst euch bloß nicht abschrecken!

Zuerst mal müsst ihr für das Karamell Dulce de Leche herstellen. Das geht so easy und schmeckt so hammergeilo, ihr glaubt es nicht! Einfach die GESCHLOSSENE Dose Kondensmilch in einen gut mit Wasser gefüllten Topf stellen (die Dose muss nicht vollständig bedeckt sein), Deckel drauf und für 2 Stunden auf dem Herd köcheln lassen. Danach ganz, ganz vorsichtig rausnehmen und ein paar Stunden abkühlen lassen. Das restliche Dulce de Leche könnt ihr übrigens einfach als Brotaufstrich oder für süße Soßen verwenden.

So, im nächsten Schritt rollt ihr euren Blätterteig aus und geht nochmal kurz mit einem Nudelholz drüber, damit er schön dünn ist. Dann schneidet ihr in der Länge nach in gleich große Streifen. Jeder Streifen sollte etwa 5 cm breit sein.

Die Streifen „schmiert“ ihr dann mit einem Messer mit der Dulce de Leche ein. Nicht sparen, soll ja am Schluss nach was schmecken!

Die Äpfel wascht ihr, viertelt sie und entfernt dann jeweils das Kerngehäuse. Dann in gleichmäßige Scheibchen (max. 3 mm) Schneiden. Das Ende mit der Schale weglassen.

Gebt die Apfelscheiben in eine Schüssel, gebt den Zitronensaft darüber und so viel Wasser, dass die Äpfel bedeckt sind. Noch den Zucker dazu und dann die Schüssel für 3 Minuten bei 600 Watt in die Mikro (Das war übrigens der Schritt, den ich bei meinem ersten glorreichen Versuch übersehen hab…). Wieso? Weil die Scheiben dadurch biegsam werden und beim eindrehen nicht brechen.

Legt dann die Scheiben leicht schräg mit der Schale nach oben auf euren Teigstreifen. Dabei sollen die Äpfel nur 3-4 mm über den Rand schauen. Den unteren Teil des Teiges schlagt ihr nach oben über die Äpfel. Tja und dann rollt ihr. Schon vorsichtig, damit die Äpfel nicht einfach nach oben raus rutschen. Das Teigende „klebt“ ihr mit etwas Wasser an der Rose fest.

Ich hab meine Rosen zum Backen dann einfach in Muffinförmchen gestellt, das müsst ihr aber nicht unbedingt machen. Bevor sie in den Ofen wandern, drückt mit der flachen Hand vorsichtig von oben auf eure Rose, sodass die Apfelscheiben etwas nach außen gedrückt werden (wie bei einer sich öffnenden Rose).

Bei 200 Grad für 15 Minuten in den Ofen. Nach dem Backen noch mit Puderzucker und Zimt bestreuen und reinhauen :-)

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Aus Großmutters Küche: Hollerkoch

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In meiner Jugend wusste ich die Jahreszeiten irgendwie einfach nicht zu schätzen. Der Winter, das war diese komische dunkle Zeit, wo man auf dem Weg vom Schulbus in die Schule halb erfroren ist und wenn man nach Hause kam, war’s schon wieder dunkel. Der Frühling, das war die Zeit nach dem kalten Winter und noch weit weit weg von den Sommerferien. Der Sommer (in den Augen eines Schülers die einzig erstrebenswerte Periode des Jahres), ein ewiges Eis-Schlecken und die Eltern annerven. Und dann der Herbst, diese schreckliche Zeit, wenn es langsam dunkler und die Hausaufgabe länger werden.

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Heute sieht das ganz anders aus. Der Winter, diese köstliche Zeit, in der Bratäpfel und dicke Schals warten. Der Frühling, in dem ich mich mit Rhabarber und Erdbeeren vollstopfen kann. Der Sommer mit warmen Tomaten frisch aus dem Garten, die abartig geil nach Sonne schmecken. Grillabende mit Freunden oder ein Mondschein-Picknick im Park. Und dann der Herbst, wo sich Köstlichkeiten wie Pflaumen, Holunder, Äpfel und Kürbisse die Ehre geben und ich mich mit einem Buch ins Bett kuscheln kann… Haaach.

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Ein Rezept, das quasi alle geilen Sachen des Herbsts vereint, ist Hollerkoch. Holler = bairisch und das gleiche wie Holunder. Aber wir wären keine Bayern, wenn wir kein eigenes Wort hätten ;-) Hollerkoch ist erstens ein uraltes bayrisches Rezept und schmeckt zweitens einfach nur saulecker. Insbesondere in Kombination mit einem kleinen Dampfnudal oder Pfannkuchen!

Ihr braucht:
500 g Hollerbeeren
250 g Äpfel (wahlweise auch Birnen)
250 g Zwetschgen (= Pflaumen, die Bayern mal wieder…)
250 ml Wasser
4 EL Zucker
1 EL Zitronensaft
1 Zimtstange
1 EL Speisestärke
2 EL Rahm

Los geht’s, in dem ihr den Holler von den Dolden zupft und dann die Beeren wascht. Die Äpfel schneidet ihr klein, ebenso die Zwetschen (Zwetschgen ungefähr achteln). Gebt die Früchte, Wasser, Zucker, Zitronensaft und die Zimtstange in einen Topf und lasst alles 5 Minuten köcheln. Zieht den Topf vom Herd und rührt die Speisestärke ein. Dann lasst ihr die Masse ein wenig abkühlen und rührt zum Schluss den Rahm unter. Sowohl heiß als auch kalt ein Gedicht :-)

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Die zauberhaften Zwetschgen-Wochen: Pflaumenmarmelade mit Schuss

… oder DAS IDEALE WEIHNACHTSGESCHENK!

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Ja, ihr habt richtig gelesen. WEIHNACHTEN. Ich hab jetzt nämlich einen Kalender. Ein Schülerhausaufgaben-Häfft, um genau zu sein. Was übrigens auch mit 24 Jahren noch saucool ist! Und in meinem Häfft da steht’s schwarz auf weiß: In gut drei Monaten ist schon wieder Weihnachten. Und wenn ihr wie ich seid, dann ignoriert ihr diese Tatsache jedes Jahr bis zum bitteren Ende. Weil in Sommer-Erinnerungen schwelgen halt auch viel schöner ist, als sich mit der blöden Geschenksuche zu beschäftigen!

Aber in diesem Jahr wird alles alles – in diesem Jahr sind wir schlau und zweigen gleich ein paar Pfläumchen für ein köstliches Weihnachtsgeschenk ab!

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Ihr braucht:
1 1/2 kg Zwetschgen
500 g Gelierzucker (1:3)
40 cl Amaretto
1 EL Zitronensaft
1/2 TL Zimt
eine Messerspitze Lebkuchengewürz

Schneidet die Zwetschgen klein, vermengt sie mit dem Zucker und lasst sie eine Stunde zugedeckt stehen. Gebt sie dann in einen Topf und erhitzt sie. Dabei regelmäßig rühren, damit auch nix anbrennt. Bevor sie zu kochen beginnen, mit einem Pürierstab fein pürieren und im Anschluss 3 Minuten sprudelnd kochen lassen.

Ob eure Marmelade fertig ist, seht ihr an der Gelierprobe: Dazu einfach Löffel in die Marmelade tunken und mit der Rückseite über einen Teller streichen. Geliert euer Klecks ist eure Marmelade fertig, sonst noch 1 Minute köcheln lassen. Heiß in Gläser abfüllen und verschließen. Hält garantiert bis Weihnachten :-)

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Die zauberhaften Zwetschgen-Wochen: Rotweinzwetschgen

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Für jeden geht der Herbst ja mit irgendeinem anderen Sinneseindruck los. Für die einen ist es der feucht-kalte, erdige Duft, für die anderen das bunte Laub, für die dritten der Nieselregen und für mich ist es der Geschmack von herrlich blauen Zwetschgen (= Pflaumen). Meine Uroma hatte davon nämlich einen Monster-Baum im Garten stehen und einmal im Jahr, Anfang September, sind wir unter Murren und Mauen zu ihr gegurkt und haben den Garten leergeräumt. Danach gab’s dann erst mal einen hammermäßigen Zwetschgendatschi. Tja und dann, dann ging’s ans Eingemachte. (By the way, klasse Wortwitz, oder?!)

Neben Marmelade und Kuchen und weiß der Kuckuck was, gab’s auch immer eins: Rotwein-Zwetschgen. Diese kleinen Köstlichkeiten passen hervorragend zu süßen (Nach-)Speisen oder einfach zum Löffeln aus dem Glas – natürlich nur, solange ihr auch brav über 18 seid, versteht sich ;-) Die Zwetschgen könnt ihr problemlos einige Monate geschlossen aufbewahren und dann über den kalten Herbst verteilt genüsslich futtern.

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Ihr braucht:
1 1/2 kg entsteinte Zwetschen (kleine, blaue bayerische Pflaumen)
1 Flasche trockener Rotwein
500 g Zucker
3 Stangen Zimt
1 TL ganze Nelken

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Gebt Wein, Zucker und die Gewürze in einem Topf und erhitzt sie. Ungefähr so, dass ihr gerade noch euren Finger reinstecken könnt. Die heiße Flüssigkeit gebt ihr über eure Pflaumen und lasst das Gemisch zugedeckt über Nacht ziehen.

Am nächsten Tag die Flüssigkeit abgießen (auf keinen Fall wegschütten!!!!), erhitzen und die Zwetschgen wieder mit rein geben. Das Ganze dann weiter erhitzen, aber nicht kochen. Noch heiß in saubere Gläser (bitte vorher kurz mit warmen Wasser ausspülen) füllen und verschließen.

Wenn ihr Lust habt, mit einem Rezept bei den zauberhaften Zwetschgen-Wochen mitzumachen, dann verlinkt doch einfach auf diesen Beitrag und lasst mir einen Kommentar mit Link zu eurem Beitrag da! :-)

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