Aus Großmutters Küche: Hollerkoch

Hollerkoch_3_Pearls for Pillows

In meiner Jugend wusste ich die Jahreszeiten irgendwie einfach nicht zu schätzen. Der Winter, das war diese komische dunkle Zeit, wo man auf dem Weg vom Schulbus in die Schule halb erfroren ist und wenn man nach Hause kam, war’s schon wieder dunkel. Der Frühling, das war die Zeit nach dem kalten Winter und noch weit weit weg von den Sommerferien. Der Sommer (in den Augen eines Schülers die einzig erstrebenswerte Periode des Jahres), ein ewiges Eis-Schlecken und die Eltern annerven. Und dann der Herbst, diese schreckliche Zeit, wenn es langsam dunkler und die Hausaufgabe länger werden.

Hollerkoch_4_Pearls for Pillows

Heute sieht das ganz anders aus. Der Winter, diese köstliche Zeit, in der Bratäpfel und dicke Schals warten. Der Frühling, in dem ich mich mit Rhabarber und Erdbeeren vollstopfen kann. Der Sommer mit warmen Tomaten frisch aus dem Garten, die abartig geil nach Sonne schmecken. Grillabende mit Freunden oder ein Mondschein-Picknick im Park. Und dann der Herbst, wo sich Köstlichkeiten wie Pflaumen, Holunder, Äpfel und Kürbisse die Ehre geben und ich mich mit einem Buch ins Bett kuscheln kann… Haaach.

Hollerkoch_5_Pearls for Pillows

Ein Rezept, das quasi alle geilen Sachen des Herbsts vereint, ist Hollerkoch. Holler = bairisch und das gleiche wie Holunder. Aber wir wären keine Bayern, wenn wir kein eigenes Wort hätten ;-) Hollerkoch ist erstens ein uraltes bayrisches Rezept und schmeckt zweitens einfach nur saulecker. Insbesondere in Kombination mit einem kleinen Dampfnudal oder Pfannkuchen!

Ihr braucht:
500 g Hollerbeeren
250 g Äpfel (wahlweise auch Birnen)
250 g Zwetschgen (= Pflaumen, die Bayern mal wieder…)
250 ml Wasser
4 EL Zucker
1 EL Zitronensaft
1 Zimtstange
1 EL Speisestärke
2 EL Rahm

Los geht’s, in dem ihr den Holler von den Dolden zupft und dann die Beeren wascht. Die Äpfel schneidet ihr klein, ebenso die Zwetschen (Zwetschgen ungefähr achteln). Gebt die Früchte, Wasser, Zucker, Zitronensaft und die Zimtstange in einen Topf und lasst alles 5 Minuten köcheln. Zieht den Topf vom Herd und rührt die Speisestärke ein. Dann lasst ihr die Masse ein wenig abkühlen und rührt zum Schluss den Rahm unter. Sowohl heiß als auch kalt ein Gedicht :-)

Hollerkoch_1_Pearls for Pillows

Birnen-Streuselkuchen im Glas

Kuchen im Glas_4_Pearls for Pillows

Ich freu mich ja jedes Jahr über das Münchner Frühlingsfest. Das Frühlingsfest soll eigentlich, angeblich, eventuell, die kleine Schwester des Oktoberfests sein. Najaaaa, in Realität beschränken sich die Gemeinsamkeiten auf den gleichen Veranstaltungsort (Theresienwiese) und dass sich jeder in ein Dirndl/Lederhose stopft. Hauptsächlich findet man da total hammermäßig coole Jungs mit krass-geiler Mütze zu ihrer Tracht und fetten Nike-Sneakers, während sich die Mädels in Mini-Dirndln bewundernd an sie schmiegen und dank extensivem Geschminke wie 25 aussehen. Mit … hmmm … 13?!

Ich kleines Landei war mit 13 ja von Schminke, BHs und Jungs so weit entfernt wie nur irgendwas. Ich würde sagen, mein dreizehnjähriges Ich war so mega-uncool wie man mit 13 nur sein kann ;-) Meine Lieblings-CD war „Der Holzwurm führt durch die Oper“ und mein Lieblingshobby war Backen. Mit 13 hab ich mir auch mein erstes eigenes Backbuch gekauft, nämlich „Kuchen im Glas“, von dem ich noch bis heute bei jeder Geburtstagsparty auswärts zehre! Wieso? Na, weil der Kuchen direkt in einem süßen Einweckglas gebacken wird und man ihn ganz bequem in seinem Gläschen transportieren kann! Mit 16 war die uncoole Phase dann übrigens wieder vorbei und ich war meistens reichlich geschminkt auf irgendwelchen Partys anzutreffen, während ich heute mehr der gepflegte Cocktail-/Bierschlürfer in einer guten Bar/Kneipe bin :-)

Kuchen im Glas_3_Pearls for Pillows

Die Zutaten:
Eine Birne (geschält)
etwas Zimt
40 g Butter
70 g Zucker
1 Ei
70 g Mehl
1/2 TL Backpulver
(Rosinen, wenn ihr sie mögt)

30 g Zucker
40 g Butter
20 g Mehl

Kuchen im Glas_1_Pearls for Pillows

Schneidet die Birne in kleine Stücken und gebt sie mit der Butter in einen Topf. Erhitzt das Ganze unter gelegentlichem Rühren. Das Ganze lasst ihr so 5 – 10 Minuten köcheln, bis die Birne weich(er) ist – je nachdem wie reif die Birne davor schon war.

Parallel dazu verrührt in in einer Schüssel Mehl und Backpulver miteinander, rührt das Ei und den Zucker dazu und gebt zum Schluss die heiße Birnenmasse und etwas Zimt mit hinein. Wenn ihr lustig seid, könnt ihr auch noch ein paar Rosinen mit rein machen.

Die Masse füllt ihr dann in ein großes, gefettetes (400 ml) Einweckglas oder zwei kleine. Keine Sorge, der Teig füllt das Glas nur zur Hälfte aus, geht aber beim Backen noch gut auf!

In einer zweiten Schüssel gebt ihr Zucker, Butter und Mehl zusammen und verknetet alles mit den Händen. Rubbelt die Masse dann so zwischen euren Händen, dass ihr schöne Streusel bekommt :-)

Die gebt ihr dann auf den Teig und dann kommt der mitsamt Glas in den Ofen: Und zwar bei ca. 180 Grad für 20-25 Minuten.

Nach dem Herausnehmen noch in Ruhe abkühlen lassen, Kerze rein und schon habt ihr ein 1a-Geburtstagsmitbringsel :-) Oder ihr futtert ihn einfach gleich selber ;-)

Kuchen im Glas_2_Pearls for Pillows