Easy Nutella-Frucht-Hörnchen {oder: La Vie Française}

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Da stand ich gestern Abend einsam und verlassen in meiner Küche und musste plötzlich an merkwürdige Essens-Gäste denken, die einem traditionell im Dezember so begegnen.
Wenn’s um Essen geht, sag ich ja immer wieder das gleiche: „Oh Mann, sieht ja klasse aus! Probieren? Ah nee danke, Zahnspange, du weißt schon…“. Tja, die Wunder der modernen Zahnmedizin. Kaum 24 und schon darf ich wieder wie ein Kleinkind essen. Aber was sagen Gäste, die diese fantastische Ausrede nicht parat haben? Was für Dinner-Gäste laufen einem in der freien Wildbahn denn so über den Weg? (Für’s Rezept einfach nach unten scrollen!)

Typ 1: „Entschuldige, aber ist da XYZ drin?“
Diese Gäste sind super-verlässlich, denn wenn du dich auf eine Sache verlassen kannst, ist es die: Irgendeine Zutat in deinem Essen mögen sie grundsätzlich überhaupt nicht und wenn es nur weißer statt schwarzer Pfeffer ist. Gerne begleitet wird obiger Satz mit einer Hand auf deiner Schulter, einem leicht verständnis-/vorwurfsvollen Blick und dem Zusatz „Das hab ich doch schon mal erzählt, weißt du nicht mehr?“.
Einfach ignorieren und ein Butterbrot anbieten.

Typ 2: „Mensch, da schüttel ich doch mal meine voll erfundenen Lebensmittelallergie aus dem Ärmel!“
Noch besser als Typ 1 ist Typ 2, denn er vermittelt dir nicht nur ein schlechtes Gewissen, sondern gleich das Gefühl ihn halb umgebracht zu haben. Vor allem in der Weihnachtszeit kommen da jedes Jahr die abgefahrensten „Allergien“ zum Vorschein: „Oh Mann, jetzt wo ich meinen Teller halb aufgegessen hab und es mir irgendwie nicht schmeckt, fällt mir doch wieder ein, dass ich ne total krasse Allergie gegen Schwein hab! Aber konntest du ja nicht wissen…“.
Einfach ignorieren und ein Butterbrot anbieten.

Typ 3: „Eigentlich bin ich ja veganer, aber heute mach ich mal ne Ausnahme…“
Dieser Typ Gast ist doppelt nervig, denn nicht nur, dass du umsonst für ihn ganz alleine was anderes gekocht hast, nein, er erklärt dem versammelten Tisch auch gerne und ausführlich die Vorzüge des tierlosen Lebens. Und stopft sich währenddessen munter das Tiramisu mit Eigelb rein.
Nacktes Brot in recycelbares Brotpapier packen und vor die Tür setzen.

Typ 4: „Hey, das war echt lecker, aber nach zwei Gabeln bin ich schon super-satt!“
Ich war für dich einkaufen, ich hab stundenlang für dich gekocht und ich muss das ganze Geschirr im Anschluss per Hand in meiner Winzküche spülen – ISS GEFÄLLIGST DEINEN SCHEIß TELLER LEER! Gekochtes Reiskorn als Reiseproviant einpacken. Aber nur eines.

Typ 5: „Hoppla, jetzt hab ich schon zuhause was gegessen…“
Diesen Typ Essensgast gibt es immer wieder und er ruft in meinem Kopf immer den gleichen Gedankengang hervor: „OMG, ihm hat’s beim letzten Mal nicht geschmeckt und jetzt nimmt er so ne billige Ausrede! Oder noch schlimmer, er ist nicht satt geworden!!! Waaaaahhhh!“. In der Regel ist dieser Typ Gast einfach nur mega-verpeilt und freut sich, da meistens männlich, auch über ein zweites Abendessen.
Reste einpacken und mit heim geben. Tupper-Ware nachdrücklich zurückfordern.

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Und weil wir jetzt alle von dem langen Text schwer geschafft sind, gibt’s ein paar ganz easy Schokocroissants, die sogar euer nervigster Frühstücksgast lieben wird.

!!!REZEPT!!!
Ihr braucht:
Fertigen Croissant-Teig aus dem Kühlregal
Nutella
Bananen, Erdbeeren, Heidelbeeren oder für die ganz ausgefallenen Physalis
, in kleine Stückchen schneiden

Rollt den Croissant-Teig aus und schneidet ihn in gleiche lange Dreiecke. Am breiten Ende macht ihr mittig noch einen etwa 3cm langen Schnitt zur Spitze hin rein und gebt direkt am Ende des Schnitts einen schönen Klecks Nutella und ein paar Fruchtstücke rein. Dann aufrollen, die beiden Enden halbmondmäßig nach innen biegen und für10 Minuten bei 200 Grad Ober-/Unterhitze in den Backofen. Abkühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen oder mit etwas geschmolzenem Nutella mit einer Gabel Fäden ziehen. Yummie!

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Aus Großmutters Küche: Hollerkoch

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In meiner Jugend wusste ich die Jahreszeiten irgendwie einfach nicht zu schätzen. Der Winter, das war diese komische dunkle Zeit, wo man auf dem Weg vom Schulbus in die Schule halb erfroren ist und wenn man nach Hause kam, war’s schon wieder dunkel. Der Frühling, das war die Zeit nach dem kalten Winter und noch weit weit weg von den Sommerferien. Der Sommer (in den Augen eines Schülers die einzig erstrebenswerte Periode des Jahres), ein ewiges Eis-Schlecken und die Eltern annerven. Und dann der Herbst, diese schreckliche Zeit, wenn es langsam dunkler und die Hausaufgabe länger werden.

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Heute sieht das ganz anders aus. Der Winter, diese köstliche Zeit, in der Bratäpfel und dicke Schals warten. Der Frühling, in dem ich mich mit Rhabarber und Erdbeeren vollstopfen kann. Der Sommer mit warmen Tomaten frisch aus dem Garten, die abartig geil nach Sonne schmecken. Grillabende mit Freunden oder ein Mondschein-Picknick im Park. Und dann der Herbst, wo sich Köstlichkeiten wie Pflaumen, Holunder, Äpfel und Kürbisse die Ehre geben und ich mich mit einem Buch ins Bett kuscheln kann… Haaach.

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Ein Rezept, das quasi alle geilen Sachen des Herbsts vereint, ist Hollerkoch. Holler = bairisch und das gleiche wie Holunder. Aber wir wären keine Bayern, wenn wir kein eigenes Wort hätten ;-) Hollerkoch ist erstens ein uraltes bayrisches Rezept und schmeckt zweitens einfach nur saulecker. Insbesondere in Kombination mit einem kleinen Dampfnudal oder Pfannkuchen!

Ihr braucht:
500 g Hollerbeeren
250 g Äpfel (wahlweise auch Birnen)
250 g Zwetschgen (= Pflaumen, die Bayern mal wieder…)
250 ml Wasser
4 EL Zucker
1 EL Zitronensaft
1 Zimtstange
1 EL Speisestärke
2 EL Rahm

Los geht’s, in dem ihr den Holler von den Dolden zupft und dann die Beeren wascht. Die Äpfel schneidet ihr klein, ebenso die Zwetschen (Zwetschgen ungefähr achteln). Gebt die Früchte, Wasser, Zucker, Zitronensaft und die Zimtstange in einen Topf und lasst alles 5 Minuten köcheln. Zieht den Topf vom Herd und rührt die Speisestärke ein. Dann lasst ihr die Masse ein wenig abkühlen und rührt zum Schluss den Rahm unter. Sowohl heiß als auch kalt ein Gedicht :-)

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Obatzter oder: Die 5 Gesetze des Biergartens

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So, Hand auf’s Herz. (Ober-)Bayern kennt eigentlich nur zwei Arten von möglichen Tagen: Biagartn-Wedda und Scheißwedda. Wobei eigentlich jedes Wetter, solange es über 15 Grad hat und trocken ist, schon mal als Biergarten-Wetter durchgehen kann, wenn der Bayer Lust auf einen gut gekühlten Gerstensaft hat ;-) Der Biergarten ist ja besonders für unsre ausländischen Gäste (und damit meint der Bayer auch alles jenseits des Weißwurst-Äquators) immer wieder ein Grund zur Verwirrung: Wo setz ich mich da jetzt hin? Wie komm ich an mein Bier? Halbe oder Maß? Und und und. Damit ihr künftig auch für jeden Biergarten-Besuch hier bei uns im schönen Bayern gerüstet seid, kommen sie, die 5 Gesetzte der Biergartens. Und obendrauf gibt’s noch ein Rezept für das wohl bayerischste Biergarten-Schmankerl, das es traditionell zur Riesenbrezn (nein, wir sagen hier nicht Brezel oder Breze sondern Brezn!) gibt: Den Obatzten!

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1. Sitz di zura! (= Setz dich dazu!)
Ihr werdet vor allem in München an schönen Tagen zu 99,99 Prozent keinen leeren Tisch im Biergarten finden. Das macht aber gar nix! Sucht euch einen Tisch, an dem noch Platz ist und fragt einfach nett, ob ihr euch dazusetzen könnt! Das ist ganz normal und wird auch von niemandem in Frage gestellt. Andersrum natürlich auch: Wenn ihr noch Platz habt, auf alle Fälle Leute dazusetzen lassen!

2. Ah, geh weida ( = Los, beweg deinen Hintern!)
In den meisten Biergärten herrscht Selbstbedienung. Das ist meistens ganz leicht daran zu erkennen, dass ihr auf Bierbänken sitzt und euer Tisch nicht mit Tischdecke oder ähnlichem verziert ist. Naja, und an den großen Schildern, auf denen „Selbstbedienung“ steht ;-) Wenn ihr nicht wollt, dass euer Plätzchen weg ist, teilt ihr euch auf: Ein Teil der Gruppe holt Bier (und Futter), ein Teil bewacht den Sitzplatz.

3. Ein Prosit! (= Cheers, meine Freunde!)
Wenn ihr dann sitzt und euer Bier in den Händen haltet, kommt die nächste Kardinalsünde: Vergesst beim ersten Anstoßen nicht, euren neuen Banknachbarn zuzuprosten. Das gehört sich einfach, wie der Bayer sagt und geht ganz easy: Bierkrug hochnehmen (bitte nur eine Hand, meine Freunde), Richtung Nachbarn halten, anschauen und „Prost“ rufen. Bei direkten Nachbarn wird angestoßen, sonst reicht auch ein kurzer Schwenk mit dem Krug in die jeweilige Richtung und ein Blick in die Augen.

4. Ja, pfuideife! (= Boah, Igitt!)
Es gibt eine Unart, die ist für den Bayern so abstoßend, dass er am liebsten aufstehen und gehen würde. Noagal trinken oder noch schlimmer, zusammenschütten. Das Noagal (von „die Neige“) ist der letzte Rest Bier aus der Maß. Und weil das der letzte Rest ist, ist der elendig „lack“ (abgestanden) und wird vom Bayern nicht getrunken. Und wer gar auf die Idee kommt, mehrere Noagal zusammenzuschütten, weil er sich das Geld für ein frisches Bier sparen mag, der hat im Biergarten nix verloren.

5. Gessn werd, wos aufn Disch kimd! (= Gegessen wird, was auf den Tisch kommt!)
In echten Biergärten gibt es eine supercoole Tradition: Getränke werden vor Ort gekauft, aber sein Futter darf man einfach selber mitbringen. Ja richtig. Packt euch einen schönen Korb mit leckeren Brotzeitschmankerln und düst dann in den nächsten Biergarten. Mit in euren Korb müssen: Obatzter, Radieschen, Wurst und aufgeschnittener und gesalzener Radi (= Rettich). Und wenn ihr dem Wirt dazu noch eine Riesenbrezn abkauft, ist er euch bestimmt nicht böse ;-)

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So, und last but not least gibt’s jetzt noch das Rezept für einen 1a-Obatzten für euch:

Ihr braucht
100 g gut gereifter Camembert
20 g weiche Butter
eine halbe Zwiebel, klein gewürfelt
Salz und Pfeffer
Paprikapulver edelsüß
eine Prise geriebenen Kümmel

Tja, und wie der Name schon verkündet, wird hier einfach alles zusammengematscht. Sprich, den Käse mit einer Gabel zerdrücken. Butter und Gewürze dazugeben und mit der Gabel vermengen und zum Schluss noch die Zwiebel untermischen. Mit dem Paprikapulver übrigens nicht sparen, der Obatzte soll eine schöne gelb-orange Farbe bekommen! Auf eine Brezn streichen und genießen!

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Finaler Grill-Countdown: Selbstgemachte Kräuterbutter

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Im Sommer ist bei uns Grillzeit. Also nicht bei mir in meiner miefigen kleinen Stadtwohnung, sondern da, wo’s am schönsten ist: Zuhause bei Mama. Und wie’s zuhause bei Mama halt so ist, gibt’s da nix Fertiges aus der Plastiktüte. Nenene, da wird schon alles mit Liebe und Schweiß gemacht! Seit Jahren macht meine Mama deshalb auch schon unsre Kräuterbutter selber. Mit Kräutern frisch aus dem Garten und mucho Knoblauch, damit sich die Kollegen am Montagmorgen auch so richtig freuen ;-)

Jetzt sind wir mal ehrlich: Klar kann man auch einfach fertige Kräuterbutter kaufen! Aber so richtig hausgemacht? Da kommt nix ran! Vor allem, wenn ihr wie ich, nicht nur einfach Kräuter in die Butter matscht, sondern sogar noch DIE BUTTER selber macht!!! Naaa, challenge accepted? ;-)

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Ihr braucht:
2 Becher Schlagsahne
eine Zitrone
Salz
1 Knoblauchzehe
Schnittlauch
Petersilie
Thymian

Um die Butter zu machen, müsst ihr eigentlich nur eines machen: RÜHREN!!! Gebt die Sahne in ein hohes Gefäß, schnappt euch ein Rührgerät und rührt los. Rühren, rühren, rühren. Irgendwann kommt der magische Moment, an dem sich die Butter von der Flüssigkeit löst. Dann fischt ihr euren Butterklumpen aus der Flüssigkeit, drückt sie vorsichtig mit der Hand aus und stellt sie in einem Schüsselchen für eine Stunde in den Kühlschrank.

Tja, und der Rest geht pippi-leicht: Knoblauch und Kräuter kleinhacken und über die kalte Butter geben. Einen Spritzer Zitronensaft dazu und etwas Salz und dann mit einer Gabel vorsichtig durchmengen. Probieren und eventuell nochmal etwas nachsalzen.

Bis zum Grillen schön kalt stellen und beim Essen bei jeder Gelegenheit erwähnen: „Die Kräuterbutter hab ich übrigens selber gemacht. JA, auch die Butter…“. Bin ich cool oder was? ;-)

Wenn ihr noch eine passende Grillbeilage braucht, probiert doch mal diese hammermäßigen eingelegten Champignons!
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Sommerleckerei: Himmlisches Cocos Mousse

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Vor vielen Jahren hat mir irgendein wohlwollender Mensch mal eine Schachtel Raffaelo geschenkt. Und wie das so mit Mädchen und Süßigkeiten ist, hab ich die Packung natürlich komplett an einem Abend aufgefuttert. Ihr kennt das bestimmt, wenn ihr eigentlich aufhören wollt und plötzlich ist die Schachtel leer… Und ihr sitzt da, mit vollem Schoko-Ranzen und schlechtem Gewissen! Jedenfalls war mir danach mega-schlecht und Kokosnussgeschmack erst mal unten durch. Aber irgendwann kam sie wieder, still und heimlich, die Kokosliebe. Erst war’s das Kokoseis, dann die Kokosmilch und schließlich COCOS MOUSSE.

Und wie ihr diese himmliche Nachspeise auf euren Dessertteller bekommt, erfahrt ihr nach einer kurzen Werbeunterbrechung!

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Kleiner Scherz, los geht’s :-)

Zutaten:
2 Eigelb
40 g Zucker (= 2 TL für alle Wiege-Faulen)
125 ml Kokosmilch
125 ml Sahne
3 Blätter weiße Gelatine

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Rührt das Eigelb mit dem Zucker schaumig. Währenddessen gebt ihr die Kokosmilch in einem Topf und bringt sie zum Kochen. Sobald sie kocht, vom Herd ziehen und unter ständigem Rühren die Eimasse dazugeben. Dann zieht ihr den Topf wieder auf den Herd und lasst die Masse köcheln, bis sie eindickt.

Die Gelatineblätter legt ihr für ein paar Minuten in kaltes Wasser ein, bis sie weich wird. Nehmt die Blätter heraus und drückt sie vorsichtig aus. Wenn eure Eimasse eingedickt ist, gebt ihr unter ständigem Rühren die Gelatine dazu. Lasst sie etwa 15 bis 20 Minuten abkühlen.

Währenddessen schlagt ihr eure Sahne steif. Die hebt ihr dann vorsichtig unter die Kokosmasse. Zum Schluss noch in hübsche Schüsseln füllen und im Kühlschrank vollständig abkühlen lassen.

Das Mus schmeckt übrigens auch super mit einem feinen Beeren-Fruchtspiegel!

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Try something different: Gefüllte Weinblätter

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Ich sag gleich eins vorweg, meine kleinen pelzigen Freunde: Ich hab lange überlegt, ob ich folgende Zeilen in meinen PC hacken soll. Weil: Sobald ich mal was halbwegs ernstes raushaue, kommt das nicht so gut bei euch an ;-) Aber wie ich an mein Rezept gekommen bin, will ich euch jetzt trotzdem erzählen! Wenn ihr also ein hartes Problem mit fremden Menschen aus fremden Ländern habt, verabschiedet ihr euch jetzt besser..

Was ich total an meiner Mama bewundere ist ihre Offenheit: Egal, was du für eine Hautfarbe hast, welche Sprache du sprichst, zu welcher Gottheit du auch immer betest – wenn du nett bist und was spannendes zu erzählen hast, wirst du spitze mit meiner Mama auskommen. Meine Freundinnen waren (und sind) zu jeder Tages- und Nachtzeit willkommen, während mein Muttertier mal kurz in die Küche flitzt und igendwas unfassbar Leckeres in unfassbar kurzer Zeit produziert.

Und weil meine Mama nun mal so eine Art hat, mit Menschen umzugehen, bekommt ihr heute dieses wirklich geile Rezept für gefüllte Weinblätter. Das hat sie nämlich von einer sehr netten Dame, die leider aus ihrem Land fliehen musste und deshalb seit ein paar Monaten bei uns im tiefsten Bayern wohnt. Wie meine Mama halt so ist, hat sie sich einfach ein paar Minütchen mit ihr auf der Straße unterhalten und weil sich die Frau vermutlich einfach über ein paar nette Worte gefreut hat, hat sie meiner Mama dieses wirklich, wirklich leckere Rezept verraten :-)

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Gefüllte Weinblätter
etwa 10 – 15 mittelgroße Weinblätter mit Stiel (alternativ schon fertige Weinblätter im türkischen Laden kaufen)
1 Zwiebel
200 g Hackfleisch
250 ml (Achtung nicht Gramm!) Reis
1 Koblauchzehe
Salz, Pfeffer
2 EL Olivenöl
verschiedene Kräuter nach Belieben
Zitronensaft

Wenn ihr ganz strebermäßig sein wollt, dann kocht ihr euch eure Weinblätter selbst, sonst springt ihr einfach gleich zu 2. :-)

1. Nehmt eure frischen Weinblätter und gebt sie für eine Minute in einen Topf mit kochendem Salzwasser. Gießt das Wasser dann ab und legt die Blätter bis zur Verwendung in warmes Wasser

2. Für die Füllung nehmt ihr den Reis und lasst ihn für eine halbe Stunde (nicht schummeln) in lauwarmem Wasser einweichen. Würfelt eure Zwiebel, schneidet den Koblauch klein und gebt beides zum Hacklfeisch, genauso Salz, Pfeffer, das Olivenöl und Kräuter wie Petersilie. Gießt den Reis ab und gebt den dann auch noch dazu. Dann das Ganze schön durchmatschen!

3. Nehmt euer Weinblatt und schneidet erst mal den Stiel ab. Den liegt ihr auf den Boden eures Topfes (so brennt euch nachher nämlich nix an!). Dann legt ihr das Blatt so vor euch, dass die Spitze zu euch zeigt. Mit einem Löffel gebt ihr dann die Hackfleischmasse etwa mittig auf das Blatt und formt daraus eine horizontale Wurst. Da klappt ihr den oberen Teil eures Blattes drüber, linke Seite, rechte Seite, ehe ihr das Blatt zigarrenförmig zusammenrollt. Alles klar soweit? Oben, links, rechts, rollen! Dann in den Topf geben und das gleiche mit dem nächsten Blatt :-)

4. Legt eure Weinblattpäckchen dicht an dicht in euren Topf, beschwert sie mit einem Teller (einfach darüber in den Topf legen) und gießt schön Brühe darüber, bis die Weinlättertaschen bedeckt sind.

5. Lasst das Ganze auf dem Herd kurz aufkochen und dann 1 Stunde leicht köcheln. Dabei immer wieder nachgucken, ob noch Brühe im Topf ist. Die darf nämlich nicht ausgehen! Nach einer Stunde aus dem Topf holen und abkühlen lassen.

6. Zum Schluss mit etwas Öl und Zitronensaft marinieren und genießen!!!

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Johannisbeer-Panna Cotta mit Fruchtspiegel

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Ein Wochenende bei meiner Mama im Sommer ist Fluch und Segen zugleich. Segen, weil unser Garten Liegewiese, Grill-Location und Partystation in einem ist. Fluch, weil im Garten ständig irgendwas reif wird, das dann in stundenlanger Arbeit bei 30 Grad geerntet werden muss!

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Bei meinem letzen Besuch waren es schwarze Johannisbeeren. Die mag ich eigentlich so gar nicht. Überhaupt nicht. Null Komma Null. Aber wie das so ist: Wenn das verehrte Muttertier Johannisbeeren im Panna Cotta ordert, gibt es? Richtig – Johannisbeeren im Panna Cotta. Gemotze von unwilligen Töchtern hin oder her. Und wie das halt auch so ist: Mamas haben blöderweise einfach immer recht! Die Panna Cotta mit schwarzen Johannisbeeren und Fruchtspiegel war nämlich mal sowas von lecker, dass ich mich am liebsten gleich nochmal zum Ernten in den Garten gestellt hätte…

Ihr braucht:
400 ml Schlagsahne
1 Vanilleschote
2 EL Zucker
3-4 Blätter weiße Gelatine
250 g schwarze Johannisbeeren (wahlweise auch Heidelbeeren)
Zucker nach Belieben

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Euer Rezept teil sich in zwei Teile:

1. Johannisbeersoße
Zerdrückt die schwarzen Johannisbeeren zunächst vorsichtig mit einer Gabel. Gebt sie in einen Topf, gebt etwas Zucker dazu und erhitzt das Ganze kurz. Zum Schluss mit einem Pürierstab pürieren und abkühlen lassen.

2. Panna Cotta
Gebt die Schlagsahne mit der aufgeschlitzten Vanilleschote und dem Zucker in einem Topf und lasst das Gemisch 15 Minuten köcheln. Nicht bei der Zeit schummeln und hin und wieder mal umrühren :-)

Parallel dazu legt ihr die Gelatine in kaltes Wasser, bis sie weich wird.

Zieht den Topf vom Herd und fischt die Vanilleschote raus. Nehmt die Gelatine aus dem Wasser, drückt sie aus und rührt sie dann in die heiße Sahne ein. Ganz viel rühren!!!

Dann rührt ihr zwei Esslöffel der Beerensoße in die Masse ein, füllt die dann in hübsche Schälchen und lasst sie (im Kühlschrank) abkühlen. Wenn ihr eure Panna Cotta nachher stürzen wollt, die Schälchen mit kaltem Wasser vor dem Befüllen ausspülen!!!

Wenn eure Panna Cotta schön fest geworden ist, könnt ihr es vorsichtig stürzen und die Fruchtmasse darüber geben :-)

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Grill-Fest: Eingelegte Champignons

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Seit vielen Jahren (naja, seit 4, aber das sind immerhin … Kram nach dem Taschenrechner … gute 17 Prozent meines Lebens) begleitet mich EIN Kochbuch bei all meinen kulinarischen Wagnissen. „Ich helf dir kochen“, geschrieben von zwei mittlerweile recht betagten Damen, die in der Küche aber sowas von rocken und dem lieben Küchendeppen auf knapp 550 Seiten ordentlich zeigen, wie man den Kochlöffel schwingt. Liebe Eltern, sollten eure Kinder demnächst das elterliche Nest verlassen, macht es wie meine Mama und schenkt ihnen dieses Buch! Ich schwöre, es gibt kein Gericht, kein Kraut, keine Garmethode, die da nicht drin steht!

Kennt ihr das, wenn ihr irgendwo essen seid und euer Essen so hart genial ist, dass ihr es zuhause unbedingt nachkochen wollt? Und ihr nicht den leisesten Schimmer habt, wie? Dann guckt ihr in das schlaue Buch und werdet -tadaaaa- mit einem köstlichen Rezept für selbstgemachte eingelegte Champignons belohnt. Die schmecken nämlich wahnsinn in einem knackigen Salat oder einfach nur so zu einem schönen Stück Grillfleisch!

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Ihr braucht:
125 ml Essig (ich hatte weißen Balsamico)
2 TL Salz
2 TL Zucker
1-2 Knoblauchzehen (gehackt)
Pfeffer, Thymian und getrocknetes Basilikum
etwa 150 ml Olivenöl
500 g Champignons

Los geht’s, indem ihr eure Champignons erst mal putzt. PUTZT, nicht wascht – also einfach vorsichtig die Erdreste mit eine Bürstchen und einem Küchentuch abrubbeln und falls nötig, die Stängel stutzen.

Dann gebt ihr den Essig mit dem Salz und dem Zucker in den Topf und lasst das Ganze aufkochen. Kleiner Tipp: Macht besser das Fenster auf, das stinkt echt mies ;-) Sobald die Brühe kocht, gebt ihr portionsweise die Champignons mit rein und dünstet die so 4 bis 5 Minuten darin. Herausnehmen und ein paar Minütchen auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Zum Schluss gebt ihr die Champignons in ein verschließbares Glas oder eine Schüssel, gebt die Kräuter, den Knoblauch und ein wenig Pfeffer dazu und gießt zum Schluss das Öl darüber. Dabei unbedingt gucken, dass die Champignons komplett mit Öl bedeckt sind!

Zwei Tage im Kühlschrank marinieren lassen und fertig! Die Champignons könnt ihr in ihrer Ölmarinade übrigens auch ein paar Wochen im Kühlschrank lagern :-)

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Die Wahnsinns-Erdbeer-Wochen: Selbstgemachtes Erdbeereis

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Wahnsinn, wir nähern uns mit rasanten Schritten dem Ende der Wahnsinns-Erdbeer-Wochen. Mit am Start waren die kaltgerührte Erdbeermarmelade, lecker-schmecker Erdbeercaipi, der hammermäßige Erdbeerlimes und heute: Das selbstgemachte Erdbeereis – macht’s gut, kleine beerige Freunde, wir sehen uns nächsten Juni wieder :-)

Ich hab einen kleinen Eisbuch-Tick. Immer wenn ich in irgendeiner Buchhandlung stehe (in München ist das der einzig wahre Hugendubel am Marienplatz), flitzte ich in die Kochbuchabteilung und guck mir die ganzen Bücher über selbstgemachtes Eis an. Manchmal wandert auch eines mit nach Hause – gut, ich hab zwar keine Eismaschine und mein Gefrierfach ist kleiner als ne Schuhschachtel, aber zumindest theoretisch könnte ich schon mal voll loslegen. Und es gibt ja immer noch Mamas riesige Gefriertruhe zuhause… ;-)

Da lagert momentan dieses spitzen selbstgemachte Erdbeereis, für das ihr KEINE Eismaschine, sondern nur ganz viel Liebe und ein bisschen Geduld braucht :-)

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Die Zutaten für ein schönes Töpfchen herrlichstes Erdbeeersahneeis
300 ml Vollmilch
100 ml Schlagsahne
100 g feiner Zucker
4 Eigelb
500 g Erdbeeren
Saft von einer halben Zitrone

Gebt Milch und Sahne in einen Topf und erhitzt sie, bis die Masse zu köcheln beginnt. Währenddessen verrührt ihr die Eigelbe und den Zucker miteinander bis die Masse schäumt und eine helle Farbe bekommt. Rührt dann die heiße Milchmasse unter.

Den Milch-Topf spült ihr kurz aus, füllt eure Masse wieder rein und erwärmt das Ganze dann so 8 Minuten auf mittlerer Stufe. Ganz viel rühren!!! Wenn die Masse zu dampfen beginnt, zieht ihr die Eierkrem vom Herd und füllt sie in eine große Schüssel. Nicht wundern, die Masse wird etwas fester, wenn sie abkühlt..

Dann püriert ihr die Erbeeren mit dem Zitronensaft. Die Matsche streicht ihr mit einem Löffel vorsichtig durch ein feines Sieb und werft dann die Rückstände im Sieb weg. Das Erdbeerpüree vermischt ihr mit der Eierkrem und stellt das Ganze 30 Minuten in den Kühlschrank.

So und jetzt gehen alle ohne Eismaschine (so wie ich) wie folgt vor:
Die Masse in eine Schüssel füllen – dabei darauf achten, dass ihr mindestens noch drei Zentimeter bis zum Rand frei habt. Die Schüssel stopft ihr dann für zwei Stunden in die Gefriertruhe an die kälteste Stelle. Nach eineinhalb Stunden guckt ihr mal nach eurem Eis und zieht das bereits kristallisierte am Rand mit der Gabel in die Mitte. Dann rührt ihr das Ganze mit einem Schneebesen so lange, bis die Kristalle wieder zerschlagen und verteilt sind. Zwei Stunden zurück in die Truhe, dann das Ganze gleich nochmal!

Danach geht’s wieder zwei Stunden in die Gefriertruhe. Die Masse sollte danach schön fest, aber nicht mega hart sein! Mit einer Küchenmaschine rührt ihr euer Eis nochmal 1 bis 2 Minuten durch, bis sie eine schöne weiche Konsistenz hat.

Tja und dann könnt ihr gleich losfuttern oder es in eine verschließbare Schüssel füllen und für später in der Gefriertruhe aufbewahren :-)

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Selbstgemachtes Hummus – oh du lieblicher Knoblauchduft

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Leute, plant ihr in nächster Zeit euren Zahnarzt zu besuchen, ein wichtigen Geschäftstermin wahrzunehmen oder einfach nur mal wieder unter Menschen zu gehen? Dann lasst besser die Pfoten von diesem unglaublich leckeren selbstgemachten Hummus! Habt ihr einen richtigen Miese-Laune-Tag, seid gerade stinkig auf Chef und Arbeitskollegen und wollt die Welt mal für einen Abend aussperren? Dann haut rein!

Hummus ist ein ganz fantastischer Aufstrich/Dip aus dem Orient und besteht hauptsächlich aus pürierten Kichererbsen. Ja und das war auch der Hauptgrund, warum ich jahrelang einen weiten Bogen darum gemacht hab… Kichererbsen??? Igitt! Wie das aber halt immer so bei mir ist, lasse ich mich ziemlich schnell davon überzeugen, dass was doch lecker ist, wenn man’s mir einfach in den Mund stopft und mir danach erst sagt, was ich da gerade probiert hab. Liebe Mama, vielen Dank: Hummus ist geil :-)

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Und weil ich zufällig für meine Frühlingsblümchen einen Dosen-Übertopf gebraucht hab, dachte ich: „Hey, nimm doch eine mit Kirchererbsen drin, kannst gleich noch Hummus machen!“. Tja, und das war die Geschichte von der kleinen Tami und dem großen Hummus-Topf, liebe Kinder ;-)

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Neeeeeein, jede anständige Geschichte braucht doch ein Rezept! Und das geht so – man nehme:

Eine Dose Erbsen (ich hatte die 265g-Dose von Bonduelle)
1 Esslöffel Tahina (Sesam-Mus, gibt’s z.B. bei Edeka)
Zitronensaft von 1 Zitrone
1-2 Knoblauchzehen
Olivenöl
Salz und Pfeffer
Paprikapulver

Gebt die Kichererbsen, das Sesam-Mus, den Zitronensaft und die Knoblauchzehen in eine Schüssel und püriert sie schön durch. Gebt dann etwa 3 bis 4 Esslöffel von dem Öl dazu, bis ihr eine schöne cremige Konsistenz bekommt. Mit Salz und Pfeffer abstimmen :-) Zum Anrichten in eine Schüssel geben, etwas Öl darüberträufeln und mit Paprikapulver bestreuen.

So, jetzt ist das ne anständige Geschichte ;-)

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