Aus Großmutters Küche: Hollerkoch

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In meiner Jugend wusste ich die Jahreszeiten irgendwie einfach nicht zu schätzen. Der Winter, das war diese komische dunkle Zeit, wo man auf dem Weg vom Schulbus in die Schule halb erfroren ist und wenn man nach Hause kam, war’s schon wieder dunkel. Der Frühling, das war die Zeit nach dem kalten Winter und noch weit weit weg von den Sommerferien. Der Sommer (in den Augen eines Schülers die einzig erstrebenswerte Periode des Jahres), ein ewiges Eis-Schlecken und die Eltern annerven. Und dann der Herbst, diese schreckliche Zeit, wenn es langsam dunkler und die Hausaufgabe länger werden.

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Heute sieht das ganz anders aus. Der Winter, diese köstliche Zeit, in der Bratäpfel und dicke Schals warten. Der Frühling, in dem ich mich mit Rhabarber und Erdbeeren vollstopfen kann. Der Sommer mit warmen Tomaten frisch aus dem Garten, die abartig geil nach Sonne schmecken. Grillabende mit Freunden oder ein Mondschein-Picknick im Park. Und dann der Herbst, wo sich Köstlichkeiten wie Pflaumen, Holunder, Äpfel und Kürbisse die Ehre geben und ich mich mit einem Buch ins Bett kuscheln kann… Haaach.

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Ein Rezept, das quasi alle geilen Sachen des Herbsts vereint, ist Hollerkoch. Holler = bairisch und das gleiche wie Holunder. Aber wir wären keine Bayern, wenn wir kein eigenes Wort hätten ;-) Hollerkoch ist erstens ein uraltes bayrisches Rezept und schmeckt zweitens einfach nur saulecker. Insbesondere in Kombination mit einem kleinen Dampfnudal oder Pfannkuchen!

Ihr braucht:
500 g Hollerbeeren
250 g Äpfel (wahlweise auch Birnen)
250 g Zwetschgen (= Pflaumen, die Bayern mal wieder…)
250 ml Wasser
4 EL Zucker
1 EL Zitronensaft
1 Zimtstange
1 EL Speisestärke
2 EL Rahm

Los geht’s, in dem ihr den Holler von den Dolden zupft und dann die Beeren wascht. Die Äpfel schneidet ihr klein, ebenso die Zwetschen (Zwetschgen ungefähr achteln). Gebt die Früchte, Wasser, Zucker, Zitronensaft und die Zimtstange in einen Topf und lasst alles 5 Minuten köcheln. Zieht den Topf vom Herd und rührt die Speisestärke ein. Dann lasst ihr die Masse ein wenig abkühlen und rührt zum Schluss den Rahm unter. Sowohl heiß als auch kalt ein Gedicht :-)

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Die zauberhaften Zwetschgen-Wochen: Pflaumenmarmelade mit Schuss

… oder DAS IDEALE WEIHNACHTSGESCHENK!

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Ja, ihr habt richtig gelesen. WEIHNACHTEN. Ich hab jetzt nämlich einen Kalender. Ein Schülerhausaufgaben-Häfft, um genau zu sein. Was übrigens auch mit 24 Jahren noch saucool ist! Und in meinem Häfft da steht’s schwarz auf weiß: In gut drei Monaten ist schon wieder Weihnachten. Und wenn ihr wie ich seid, dann ignoriert ihr diese Tatsache jedes Jahr bis zum bitteren Ende. Weil in Sommer-Erinnerungen schwelgen halt auch viel schöner ist, als sich mit der blöden Geschenksuche zu beschäftigen!

Aber in diesem Jahr wird alles alles – in diesem Jahr sind wir schlau und zweigen gleich ein paar Pfläumchen für ein köstliches Weihnachtsgeschenk ab!

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Ihr braucht:
1 1/2 kg Zwetschgen
500 g Gelierzucker (1:3)
40 cl Amaretto
1 EL Zitronensaft
1/2 TL Zimt
eine Messerspitze Lebkuchengewürz

Schneidet die Zwetschgen klein, vermengt sie mit dem Zucker und lasst sie eine Stunde zugedeckt stehen. Gebt sie dann in einen Topf und erhitzt sie. Dabei regelmäßig rühren, damit auch nix anbrennt. Bevor sie zu kochen beginnen, mit einem Pürierstab fein pürieren und im Anschluss 3 Minuten sprudelnd kochen lassen.

Ob eure Marmelade fertig ist, seht ihr an der Gelierprobe: Dazu einfach Löffel in die Marmelade tunken und mit der Rückseite über einen Teller streichen. Geliert euer Klecks ist eure Marmelade fertig, sonst noch 1 Minute köcheln lassen. Heiß in Gläser abfüllen und verschließen. Hält garantiert bis Weihnachten :-)

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Die zauberhaften Zwetschgen-Wochen: Rotweinzwetschgen

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Für jeden geht der Herbst ja mit irgendeinem anderen Sinneseindruck los. Für die einen ist es der feucht-kalte, erdige Duft, für die anderen das bunte Laub, für die dritten der Nieselregen und für mich ist es der Geschmack von herrlich blauen Zwetschgen (= Pflaumen). Meine Uroma hatte davon nämlich einen Monster-Baum im Garten stehen und einmal im Jahr, Anfang September, sind wir unter Murren und Mauen zu ihr gegurkt und haben den Garten leergeräumt. Danach gab’s dann erst mal einen hammermäßigen Zwetschgendatschi. Tja und dann, dann ging’s ans Eingemachte. (By the way, klasse Wortwitz, oder?!)

Neben Marmelade und Kuchen und weiß der Kuckuck was, gab’s auch immer eins: Rotwein-Zwetschgen. Diese kleinen Köstlichkeiten passen hervorragend zu süßen (Nach-)Speisen oder einfach zum Löffeln aus dem Glas – natürlich nur, solange ihr auch brav über 18 seid, versteht sich ;-) Die Zwetschgen könnt ihr problemlos einige Monate geschlossen aufbewahren und dann über den kalten Herbst verteilt genüsslich futtern.

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Ihr braucht:
1 1/2 kg entsteinte Zwetschen (kleine, blaue bayerische Pflaumen)
1 Flasche trockener Rotwein
500 g Zucker
3 Stangen Zimt
1 TL ganze Nelken

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Gebt Wein, Zucker und die Gewürze in einem Topf und erhitzt sie. Ungefähr so, dass ihr gerade noch euren Finger reinstecken könnt. Die heiße Flüssigkeit gebt ihr über eure Pflaumen und lasst das Gemisch zugedeckt über Nacht ziehen.

Am nächsten Tag die Flüssigkeit abgießen (auf keinen Fall wegschütten!!!!), erhitzen und die Zwetschgen wieder mit rein geben. Das Ganze dann weiter erhitzen, aber nicht kochen. Noch heiß in saubere Gläser (bitte vorher kurz mit warmen Wasser ausspülen) füllen und verschließen.

Wenn ihr Lust habt, mit einem Rezept bei den zauberhaften Zwetschgen-Wochen mitzumachen, dann verlinkt doch einfach auf diesen Beitrag und lasst mir einen Kommentar mit Link zu eurem Beitrag da! :-)

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Zwetschgendatschi mit Mürbteig – auf in den Herbst!

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In meiner Kindheit fuhren wir jedes Jahr im September zu meiner Uroma. Diese Besuche waren für mich irgendwie immer der Beginn des Herbstes, denn: Es hat immer geschifft, es war nebelig und kalt und wir standen stundenlang im riesigen Obstgarten und haben alles mögliche Zeugs von dem Bäumen gepflückt. Hauptsächlich diese unglaublich geilen sauren Äpfel (Ich mag diese süßen, grießigen Dinger nicht…) und Pflaumen (oder im bairischen eben Zwetschgen).

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Daheim ging es dann natürlich gleich ans Einmachen, Kochen und Backen. Mein Bruder und ich waren ziemlich lästige Kinder, wir haben unsere Nasen und Finger einfach in alles Essbare reingesteckt. Wahrscheinlich gab’s deshalb dann auch immer ziemlich zeitnah Zwetschgendatschi (Yes, I know, für alle Nicht-Bayern heißt das Pflaumenkuchen), einfach nur, damit wir was tun hatten und nicht ständig verfressen in den Töpfen hingen ;-)

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Für diesen oberhammergeilen Zwetschgendatschi à la Uroma braucht ihr:

Teig
500 g Mehl
320 g kalte Butter in Stückchen geschnitten
160 g Zucker
2 Eier
1 Prise Salz
1 Esslöffel Rum oder saure Sahne

Belag
2 kg entsteinte Pflaumen, frisch oder aufgetaut (Die Pflaumen, werden der Länge nach halbiert, sodass sie auf einer Seite noch zusammenhängen und dann werden sie oben nochmal eingeschnitten. Muss dann aussehen, wie ein x)

Streusel
350 g Mehl
200 g Zucker
200 Butter

Zuerst mal macht ihr euch an den Teig. Siebt das Mehl auf eure Arbeitsfläche und macht dann in die Mitte eine Kuhle rein. Da gebt ihr dann die die übrigen Zutaten rein und vermischt sie etwas mit einer Gabel. Mit einem großen Messer schiebt ihr dann das Mehl vom Rand in die Kuhle und vermischt das ganze grob. Dann hackt ihr die Masse mit dem Messer zu feinen Krümeln. Und dann folgt die Kneterei. Möglichst nicht zu lange, der Teig mag’s schön kalt! Ihr merkt, dass er fertig ist, wenn ihr einen schönen, glatten und festen Teig habt. Formt den Klumpen zu einer Kugel und stellt den Teig abgedeckt für ne Stunde in den Kühli.

Legt in der Zwischenzeit ein Backblech mit Backpapier aus und heizt den Ofen auf 180 Grad Umluft vor. Holt euren Teig und rollt ihn aus, sodass er eben gut auf das Blech passt :-) Mit der Gabel noch viele kleine Einstiche machen und dann den Boden mit den Früchten belegen. (Belegt wird übrigens wie bei Dachschindeln: Die hintere Reihe muss etwas auf der vorderen aufliegen).

Die Streusel gehen ganz easy: Gebt alle Zutaten in eine Schüssel und knetet sie mit den Händen durch, bis ihr viele kleine Brösel habt ;-) Die dann gleichmäßig auf euren Kuchen streuen und ab in den Ofen für so 25 bis 30 Minuten.

Tja, und dann seid ihr auch schon fast fertig. Noch etwas Zimt drüber und losgefuttert!

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